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Rinteln Stadt Die ersten Schüler-Streitschlichter
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Die ersten Schüler-Streitschlichter
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00:38 25.07.2015
Stolz präsentieren die 13 Streitschlichter ihren Mediator-Ausweis. Ausgebildet wurden sie von Claudia Frevert-Fricke (hinten rechts) und Ramona Bakemeier (hinten links). Quelle: tol
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Rinteln

Auf der Suche nach Hilfen im Umgang mit Gewalt interessieren sich Schulen zunehmend für das Konzept der Streitschlichtung als Methode konstruktiver Konfliktbearbeitung. Entsprechende Trainingsprogramme haben zum Ziel, Schüler zu befähigen, alltägliche Streitigkeiten zwischen Mitschülern ohne direkte Beteiligung von Lehrerseite zu schlichten.

 „Die Schüler-Streitschlichtung ist ein zentrales Element der Gewaltprävention und dient der Verbesserung des Schulklimas“, sagt Claudia Frevert-Fricke vom Familienzentrum, die zusammen mit Lehrerin Ramona Bakemeier die Streitschlichter-Ausbildung leitete. „In der Ausbildung wird der Streitschlichter befähigt, Konflikte selbstständig zu lösen und mithilfe der erlernten Mediationstechniken andere Kinder bei der Lösung ihrer Konflikte zu unterstützen.“

 Nicht jeder Pennäler eignet sich als Mediator. „Streitschlichter sind sozialkompetente Schüler“, sagt Bakemeier. Zielsetzung außer der Schlichtung von Konflikten sei es, das Zusammenleben in der Schule zu verbessern, indem Spannungen und Feindseligkeiten vermindert werden. Des Weiteren sollen die Kinder animiert werden, sich mehr am Schulleben zu beteiligen, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl sowie die Schülerselbstverantwortung könnten ebenfalls gestärkt werden, so Frevert-Fricke.

 Smerte Maria Bertram, Sarah Ehrit, Philine Drakakakis, Celina Fischer, Julia Kesten, Sophia Nickel, Lea Weber, Alexander Käse, Nuhija Begani, Daniel Herakovic, Davin Möller, Dominik Schüler und Nils Janda aus den 3. und 4. Klassen tragen jetzt stolz ihre Schlichter-Ausweise um den Hals und sind in jeder Pause im Einsatz, um Konflikte zwischen Schülern zu entschärfen. „Beim Schlichtungsgespräch lässt jeder jeden aussprechen, Schimpfwörter sind verboten“, erzählt Philine. „Streitschlichter sind immer neutral, sie halten nicht zu einem der Streitenden“, fügt Celina hinzu. „Das Gespräch ist vertraulich, die Streitschlichter dürfen niemandem etwas von der Schlichtung erzählen“, verrät Nils.

 Für die Schlichtungs-Gespräche wurde in der Schule extra ein ruhiger Raum gemütlich eingerichtet, um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Dorthin können sich die Streitschlichter mit ihren Streitenden zurückziehen, um den Disput zu klären.

 „Dabei verfahren wir nach einem festgelegten Ablauf“, sagt Dominik. „Zunächst werden die Regeln der Schlichtung erläutert. Danach schildern die Parteien ihre individuelle Sichtweise des Streits. Die Hintergründe werden betrachtet und Verständnis für die Gegenseite erweckt. Anschließend überlegen die Streitenden Lösungsmöglichkeiten, bewerten die Vorschläge und verständigen sich auf eine gemeinsame Lösung. Die Vereinbarung wird schriftlich festgehalten und unterschrieben. Nach etwa zwei Wochen findet ein Nachtreffen statt, um zu besprechen, ob die Streitenden sich an die Absprache gehalten haben“, schildert Dominik das Prozedere.

 „Der Streitschlichtung durch Schüler sind Grenzen gesetzt. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen ist das Eingreifen der Lehrer nach wie vor erforderlich“, ergänzt Frevert-Fricke.

 „Wir haben die ersten Schlichtungs-Gespräche schon geführt“, berichten die vier stolz. „Und wir konnten alle zu einem positiven Ende führen.“

 Die Schüler der 4. Klassen werden die Schule in Kürze verlassen. „Wir werden die weiterführenden Schulen informieren, dass sie Streitschlichter aufnehmen“, sagt Frevert-Fricke. „Ich hoffe, sie haben dort auch Gelegenheit, als Streitschlichter zu agieren.“ Und Bakemeier fügt an: „Wir werden auch im nächsten Jahr eine Arbeitsgemeinschaft anbieten, in der Streitschlichter ausgebildet werden.“ peb

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