Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Stadt Diebin schlägt Kaufhausdetektiv
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Diebin schlägt Kaufhausdetektiv
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 15.03.2018
Quelle: dpa
Anzeige
Rinteln

Zudem muss die Frau, die drei Kinder hat und ihren kranken Lebensgefährten pflegt, 150 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Dagegen wurde das Verfahren gegen ihre am Vorfall beteiligte und mitangeklagte Mutter im Hinblick auf eine andere Verurteilung eingestellt. Die beiden Frauen hatten sich in einem Rintelner Kaufhaus eine ältere Dame als Opfer ausgesucht und mit einem Ablenkungsmanöver das Portemonnaie der Rentnerin entwendet. Am Ausgang versetzte die 29-Jährige einem hinzukommenden Kaufhausdetektiv mehrere Faustschläge ins Gesicht. Mit dem Urteil folgte das Schöffengericht im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwalt Timo Goldmann und Verteidiger Nils-Günther Pengel.

Im November 2016 gingen die beiden Angeklagten in ein Warenhaus und suchten gezielt nach einer älteren Frau, um diese bestehlen zu können. Während Langer von einem „sehr dreisten Vorgehen“ sprach, nannte Goldmann die Tat einen „perfiden Diebstahl“. Die 29-Jährige, die nur sechs Monate zuvor von einem anderen Gericht unter anderem wegen Betruges eine Bewährungsstrafe kassiert hatte, lenkte eine Rentnerin in der Süßwarenabteilung ab. Dabei sprach sie die Seniorin auf einen Artikel an, den sie für ihre an Diabetes erkrankte Oma kaufen könne. Währenddessen näherte sich die Mutter von hinten und nahm eine Jacke aus dem Einkaufswagen der Seniorin. Darunter befand sich ihre Tasche, aus der die Mutter ein Portemonnaie mit 40 Euro Bargeld entwendete. Die ältere Dame bemerkte den Diebstahl nicht, Mutter und Tochter gingen in verschiedenen Richtungen davon.

Detektiv nimmt Verfolgung auf

Inzwischen hatte ein Detektiv, der die beiden zufällig aus einer anderen Sache kannte, die Verfolgung aufgenommen. Am Ausgang stoppte er die Mutter, sprach sie an und gab sich als Detektiv zu erkennen. Die Frau wollte flüchten, er hielt sie fest. Dann kam die Tochter und schlug dem Detektiv bei dem Gerangel mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Ihren Angaben zufolge habe sie ihrer herzkranken Mutter helfen wollen, weil sie Angst um sie gehabt habe. Nach Auffassung des Gerichts ging es aber auch darum, mit der Beute zu fliehen. Das Diebesgut wurde im Ausgangsbereich nahe dem Personalbüro gefunden. Vermutlich hatte die Mutter die Geldbörse auf dem Weg ins Büro hinter einen Papp-Aufsteller fallen lassen. Aus dem Portemonnaie wurde nichts entwendet.

Während das Gericht die 29-Jährige nun wegen räuberischen Diebstahls und Körperverletzung belangte, wurde das Diebstahlsverfahren gegen ihre Mutter eingestellt. Dabei erfolgte die Einstellung im Hinblick auf ein erst vor knapp drei Monaten gefälltes Urteil des Landgerichts Hannover. In einer anderen Sache entschied eine dortige Große Strafkammer, dass die Frau für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis muss. Im Hinblick auf diese Verurteilung in Hannover würde die Diebstahlsgeschichte aus Rinteln nicht weiter ins Gewicht fallen. Allerdings ist die Entscheidung des Landgerichts noch nicht rechtskräftig. maf

Anzeige