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Rinteln Stadt Drogen: Drei Jahre Knast
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Drogen: Drei Jahre Knast
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00:16 30.03.2017
Symbolbild Quelle: Archiv
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Rinteln

Dabei lautete der Urteilstenor auf unerlaubte Einfuhr von und Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Das Gericht entsprach damit den Anträgen der insgesamt drei Verteidiger. Zugleich blieb das Schöffengericht damit am unteren Rand des am ersten Prozesstag vereinbarten Strafrahmens von drei bis knapp vier Jahren (wir berichteten).

Weil darüber hinaus ihre Haftbefehle außer Vollzug gesetzt wurden, konnten die beiden als zunächst freie Menschen den Gerichtssaal verlassen. Für die seit der Tat vor fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzenden und drogenabhängigen Angeklagten ein günstiges Urteil: So können sich die beiden Therapieentschlossenen sofort um eine Behandlungseinrichtung bemühen. Für die beiden Drogensüchtigen dürfte dann der Grundsatz „Therapie statt Strafe“ zur Anwendung kommen.

Langzeittherapie ab 2018 möglich

Das bedeutet: Wenn der zu verbüßende Strafrest nicht mehr als zwei Jahre beträgt, kann an die Stelle des regulären Vollzugs die Therapie treten. Abzüglich der fünf Monate Untersuchungshaft müssten die beiden vermutlich noch in diesem Frühjahr für weitere sieben Monate ins Gefängnis. Anfang 2018 könnten sie dann den Knast verlassen und eine Langzeittherapie für Drogenkonsumenten machen.

Am 17. Oktober 2016 mieteten der 40-Jährige und die Mindenerin einen VW Golf und fuhren damit ins niederländische Venlo zu einem Rauschgifthändler. Weil der Rintelner offenbar so mit Drogen vollgepumpt war, setzte sich die Frau ans Steuer. Sie besitzt aber keinen Führerschein. In Holland angekommen, ging der Rintelner in einen Supermarkt, während die Frau die Betäubungsmittel vom Dealer in Empfang nahm.

Drogen im Wert von 9000 Euro

Mit drei Kilo Amphetaminpaste, einem halben Kilo Marihuana und 390 Gramm Ecstasy-Tabletten im Kofferraum machte sich das Duo auf den Heimweg. Für das Rauschgift mussten die Angeklagten rund 9000 Euro aufbringen, schätzte der Leitende Oberstaatsanwalt. Ein erheblicher Teil der Drogen war für den Eigenkonsum bestimmt, mit dem anderen Teil wollten die beiden nach Einschätzung des Gerichts Handel treiben. Ihr Pech: Die Fahrt wurde vom Beginn bis zur Festnahme von Behörden überwacht. maf

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