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Rinteln Stadt Eine Frage des Geschmacks
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20:31 29.06.2018
Bewusst auf Abstand gesetzt: Kastenlinden an der östlichen Weserpromenade. Quelle: kk
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Rinteln

"Wir alle schätzen Bäume und Alleen, hier torpediert man sie", begründete Matthias Wehrung den CDU-Antrag. Immer wieder sei er darauf angesprochen worden, wie kahl und nüchtern es hier sei, seit das neue Gestaltungskonzept umgesetzt wurde und der alte Rotdorn verschwinden musste. "Es gibt kein CDU- und kein SPD-Stadtbild", warb er quer durch den Ortsrat um Zustimmung.

Am Ende entschieden jedoch nicht die Geschmacksfragen, sondern eher sachliche Argumente wie die von Bauhofleiter Klaus-Ulrich Hartmann. Der verwies darauf, dass neue Bäume nur mit erheblichem technischen Aufwand zu pflanzen seien. Der steile Hang mache aufwendige Befestigungen erforderlich. Schon jetzt bereite die Steillage bei der Pflege Probleme. Mäher müssten zum Beispiel angeseilt werden. Daher könne hier auch längst nicht so häufig gepflegt werden wie an anderen Stellen.

Doch auch Hartmann kam auf „Geschmacksfragen“ zu sprechen: Zierapfel genau an dieser Stelle hebe die ja gewollte Wirkung der in Gruppen gepflanzten Kastenlinden auf. Auch diese prägten doch inzwischen das Ortsbild. Bei der Planung der Weserpromenade sei entschieden worden, den Promenadencharakter mit „formalen Gehölzen“ zu betonen. Im östlichen Abschnitt seien die Linden bewusst in Gruppen gepflanzt worden, um Akzente zu setzen.

Nicht überfrachten

Auf eine durchgängige Pflanzung sei verzichtet worden, um Blickfenster zu öffnen und die Promenade nicht zu überfrachten. Diese gewünschte formale Wirkung würde durch Bäume mit natürlich wachsenden Kronen in den Zwischenräumen zunichtegemacht – und blühten sie noch so hübsch. Einen Trost hält die Verwaltung in ihren Erläuterungen aber bereit: „Zukünftig lassen sich sicherlich weitere Pflanzungen von Zieräpfeln an anderen Standorten realisieren.“

Besonders die „praktischen Argumente“ leuchteten Ursula Mücke (SPD) ein. Und Gert Armin Neuhäuser gestand ein, dass auch er die Linden nicht mag – doch das sei tatsächlich vom persönlichen Geschmack geprägt.

Die Abstimmung brachte am Ende ein klares Bild: Vier Stimmen gegen den CDU-Antrag (und damit gegen die Zieräpfel), zwei Enthaltungen und zwei Stimmen dafür.

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