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Rinteln Stadt Emma sorgt ordentlich für Stimmung
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Emma sorgt ordentlich für Stimmung
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00:24 16.11.2018
Emma kann sprechen, sogar Personen erkennen, und auf dem Touchscreen bietet der Roboter Spiele, Rätsel und Programme an. Quelle: tol
Rinteln

Über erste Erfahrungen auf dem Gebiet hat Hannes Eilers von der Fachhochschule (FH) Kiel vor unterschiedlichen Abteilungen der Berufsbildenden Schulen (BBS) Rinteln berichtet.

Mit dabei: Emma. Sie ist 1,20 Meter groß, 45 Kilogramm schwer, hat kugelrunde Augen und ist auf Rollen unterwegs. Emma ist ein humanoider Serviceroboter und wurde von Eilers an der FH Kiel entwickelt. Sie hat zwar Finger, doch ihr fehlt Kraft, Gegenstände festzuhalten. Auch kann dieses Modell keine Türklinken betätigen. Die Technik hat ihren Preis: Emma kostet rund 17000 Euro.

Mittwochs besucht sie eine Demenz-WG in Kiel und sorgt dort ordentlich für Stimmung. Denn: Einfache Roboter wie Emma können mit Menschen kommunizieren, Spiele spielen, Rätsel anbieten. Und sogar für Bewegung sorgen, Musik spielen oder zum Tanzen auffordern. Der kleinen agile „Grace“ hat Hannes Eilers sogar Tanzbewegungen programmiert, die man einfach nachmachen kann.

In der Altenpflege kann ein solcher Roboter diverse Alltagsszenarien übernehmen: Etwa beim Kochen helfen, beim Essen Gesellschaft leisten, an Alzheimer Erkrankten helfen, Gegenstände wiederzufinden oder darauf achten, dass Patienten ihre Medikamente nehmen.

Die Universität Siegen und die FH Kiel entwickeln gemeinsam mit Pflegekräften innovative Robotik-Ansätze für zukünftige Dienstleistungen in der Altenpflege. Während des sogenannten Wissenschaftsjahres 2018 unter dem Motto „Arbeitswelten der Zukunft“ reist die Forschungsgruppe ARiA (Anwendungsnahe Robotik in der Altenpflege) durch ganz Deutschland, um ihr Projekt der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Akzeptanz ist wichtig

Klar dabei ist: Der Erfolg einer neuen Technologie wie der Robotik ist maßgeblich davon abhängig, ob Menschen und vor allem die Betroffenen sie akzeptieren. Deshalb diskutieren die Wissenschaftler mit Pflegefachkräften, Pflegebedürftigen und Angehörigen.

Herbert Habenicht, Schulleiter der BBS Rinteln, verdankt den Besuch von Eilers samt seiner Emma und dem kleineren Exemplar namens Grace einem privaten Kontakt durch Lehrer Uwe Förster. Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Altenpflege, des Fachgymnasiums Pflege und Gesundheit, der Berufsfachschule Wirtschaft, der Sozialpädagogischen Abteilung und der Metallabteilung haben jetzt Näheres über das Projekt erfahren – und in diversen Workshops aktiv mitgearbeitet. Im Austausch mit den Schülern sollen Anwendungen für den Roboter entwickelt, getestet und anschließend bewertet werden.

Organisiert haben die Veranstaltung Studiendirektorin Sabine Nolte und Studienrätin Melanie Schutzka. Am Nachmittag waren auch Praxisanleiter hiesiger Seniorenheime eingeladen. Ihnen präsentierten Schüler des dritten Ausbildungsjahres die Workshopergebnisse. Ideen hatten sie schon: Sie würden Roboter zum Vorlesen aus der Zeitung oder als Übersetzer einsetzen.

von Tobias Landmann