Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service
Rinteln / Energiebericht

Energiesparen hilft – Kosten steigen trotzdem


Wer Heizungen erneuert und Gebäude besser isoliert, der will Geld sparen und die Umwelt schonen. Beides gelingt der Stadt, aber dennoch steigen die Kosten.

Noch aus dem Jahr 1975 stammt die Zentralheizung im Brückentorkomplex, der überwiegend in Privatbesitz ist. Sie wird in diesem Jahr erneuert.

© tol

Rinteln. Rinteln (dil). Hans-Peter Thul, Mitarbeiter der GVS, hat dem Ausschuss für Umwelt, Bau- und Stadtentwicklung jetzt erklärt, warum: Die Energieträger Gas, Öl und Strom werden immer teurer. Die Nutzungsflächen und -zeiten steigen an, einerseits durch Neu- und Erweiterungsbauten, andererseits zum Beispiel durch Verlängerung von Schul- und Betreuungszeiten. Ohne Sanierungen würden die Kosten noch schneller wachsen. Deshalb empfahl der Ausschuss, weiter in Energieeinsparung zu investieren, nur die Vorgehensweise blieb offen.

 Der Energiebericht befasst sich mit dem Jahr 2010, neuere Zahlen gibt es noch nicht. Gegenüber 2009 hatte sich die beheizbare Bruttogrundfläche aller erfassten städtischen Objekte um 331 auf 53850 Quadratmeter erhöht (Grundschule Nord um 281 und Grundschule Exten um 50 Quadratmeter). Insgesamt entfallen auf Schulen 20669, Kindergärten 3186, Sportstätten 1503, Dorfgemeinschaftshäuser 6323, Feuerwehrhäuser 5648, Friedhofskapellen 1415, sonstige Gebäude 14836 Quadratmeter.

 Nun kann man Heizperioden nicht einfach miteinander vergleichen, mal ist ein Winter sehr kalt, mal eher mild. Deshalb werden statistische Klimafaktoren eingerechnet. Der witterungsbereinigte Gesamtverbrauch an Heizenergie (ohne Elektroheizungen) sank gegenüber 2009 nur um 7304 auf 6,369 Millionen Kilowattstunden (kWh). Gegenüber 2008 hatte sich der Verbrauch an Erdgas von 5,243 Millionen auf 3,172 Millionen kWh verringert, der von Heizöl schrumpfte von 1,228 Millionen auf 721753 kWh. Dies wurde möglich, weil der Anteil der direkten Wärmelieferung (Blockheizkraftwerke) 2009 mit 1,598 Millionen kWh begann und 2010 auf 2,376 Millionen kWh stieg. Das ist bereits ein Anteil von 37,3 Prozent. Mit 49,8 Prozent dominiert aber immer noch das Erdgas. Seit 2008 wurden bereits mehr als zehn Heizungsanlagen dementsprechend umgerüstet.

 Die Gesamtheizkosten beliefen sich 2010 auf 489195 Euro, immerhin 53962 Euro mehr als 2009. Von den Kosten her entfielen 37,1 Prozent auf Erdgas, 9,8 Prozent auf Heizöl, 1,6 Prozent auf Flüssiggas und 51,4 Prozent auf Direktwärme. Die Preise für Heizöl und Erdgas waren 2010 gestiegen, und der Bericht erwartet für die Zukunft weitere Erhöhungen.

 Noch klarer ist der scheinbare Widerspruch zwischen sinkendem Verbrauch und steigenden Kosten beim Stromverbrauch. Die Gesamtmenge sank 2010 um 185381 auf 1,017 Millionen kWh, die Verbrauchskosten kletterten um 14960 auf 226448 Euro. Hier schlagen vor allem Elektroheizungen in Friedhofskapellen, Sportheimen und Feuerwehrhäusern zu Buche.

 Auf den niedrigsten Stand seit 2008 ist der Trinkwasserverbrauch in öffentlichen Gebäuden gesunken: um 22 Prozent auf 13726 Kubikmeter. Dabei wirkten sich behobene Leitungsschäden und ein insgesamt bewussterer Umgang mit dem Trinkwasser aus.

 Im Jahr 2010 betrugen die Gesamtverbrauchskosten für Energie und Wasser 667102 Euro, das sind 142419 Euro mehr als 2009 und 28039 Euro mehr als 2008. Der Ausstoß an Schwefeldioxid sank gegenüber 2008 um 28 Prozent und von Kohlenstoffdioxid um 27 Prozent, was höhere Rückgänge sind als bei Kohlenstoffmonoxid und Stickoxid. „Das ist eine dauerhafte Entlastung unserer Umwelt und ein kommunaler Beitrag zum Klimaschutz“, heißt es im Energiebericht.

 Und die Zukunft? Bereits 30 Nahwärmeanlagen werden betrieben, 22 mit Erdgas, drei mit Propangas und fünf mit Heizöl. Diese Zahlen werden sich erhöhen. Zu erneuern sind (Stand Ende 2010) nur noch 34 Heizungsanlagen, darunter die sechs Elektroheizungen. „In diesem Jahr kommt die noch aus dem Jahr 1975 stammende Heizung im Brückentorkomplex dran“, teilte Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson gestern mit. Auch im Feuerwehrhaus Westendorf und im Sportheim Krankenhagen geht es kurzfristig los.

 Im Ausschuss für Umwelt, Bau- und Stadtentwicklung wurde angeregt, Objekt für Objekt komplett zu sanieren, statt sich an vielen Stellen gleichzeitig zu verzetteln.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
Anzeige
Anzeige
Was meinen Sie: Spielen die acht Bayern-Nationalspieler nach der Champions-League-Finalniederlage eine gute EM für Deutschland?
SN-Urlaubsratgeber

Ferienzeit ist Reisezeit: Wenn am 23. Juli die Sommerferien beginnen, ist das für viele auch das Zeichen zum Start in den Url...

Staatsbad Nenndorf

SN-Themenkanal Gesundheit - Schaumburger Firmen stellen sich vor: Staatsbad Nenndorf

Meist gelesen in Schaumburg

Facebook

SN-Babyglück

SN-Kinderglück

In jeder Woche erblicken im Kreiskrankenhaus Stadthagen und im Bückeburger Krankenhaus Bethel Babys das Licht der Welt.

Städtewetter
Tagestemperatur
°
Nachttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Beckedorf / Bouleturnier

Die Mannschaften BSV-Vorstand, Feuerwehr 2, Tischtennis und Fahrradclub 2 haben am Dienstagabend ihre Tickets fürs Viertelfinale der Beckedorfer Boulemeisterschaft gelöst. Die höchste Niederlage des Tages kassierte das SN-Team Die Kugelschreiber mit 3:13.



Top