Die Streusalzhalle (Mitte) ist der neuen Entlastungsstraße im Weg, egal, ob sie auf dem Bahndamm oder daneben gebaut wird. tol
Rinteln. „Eigentlich hat der Verein Dampfeisenbahn Weserbergland viel Geld vom Investstor des Einkaufszentrums Nord bekommen, um nach Stadthagen umzusiedeln. Der Umzug erfolgte, doch dann suchte der Verein einen neuen Streckenbetreiber und fand ihn mit der Rhein-Sieg-Eisenbahn in Bonn“, erklärt Erster Stadtrat Jörg Schröder auf Anfrage. „Die Rhein-Sieg-Eisenbahn betreibt in Nordrhein-Westfalen bereits mehrere Strecken. Dadurch ist für uns nun die Bahntrasse erst einmal nicht mehr verfügbar. Am 18. März beginnen in Stadthagen die Verhandlungen der RSTV mit der Rhein-Sieg-Eisenbahn über die Verpachtung der Strecke.“
Die Stadt Rinteln will aber eine Umgehungsstraße von der Mindener Straße zur Konrad-Adenauer-Straße bauen, um die Bünte-Kreuzung von dem Durchgangsverkehr in und aus Richtung Osten zu entlasten. Ein Förderantrag beim Land hatte bereits zur Aufnahme in dessen Mehrjahresprogramm geführt, einen Fördermittelbescheid gibt es allerdings noch nicht. Als Bauzeitraum sind die Jahre 2012 und 2013 vorgesehen.
Wie sähe eine Trassenalternative weiter südlich aus? Die Suche nach einem Plan B hat bereits zu Vermessungsarbeiten geführt. Sorgen bereitet nun der Engpass zwischen dem Südschwenk der RSTV-Bahntrasse und den rückwärtigen Grenzen der Gewerbebetriebe im Emerten. Dort befindet sich die Eisenbahnstrecke auf einem zwei bis 4,50 Meter hohen Bahndamm. „Auf rund 75 Meter Länge müssten wir deshalb eine Stützmauer bauen, das wäre sehr teuer“, sagt Schröder. „Und wenn die Bahnlinie doch aufgegeben würde, hätten wir das Geld vergebens investiert.“
Plan B sieht nun vor, die Bahnschienen nach Norden zu verlegen und die Straße daneben auf dem Bahndamm unterzubringen. Das wird jetzt vermessen, um die Kosten vergleichen zu können“, erläutert Schröder. Bisher sei für die Lösung mit Stützmauer und einer Unterführung zu der Brache (in Privatbesitz) nördlich der Bahn (hinter jetzigem Jibi-Markt) mit etwa 450 000 Euro kalkuliert.
Das Tiefbauamt plant zusammen mit einem Fachingenieurbüro und dem technischen Geschäftsführer der RSTV nun die Lösung auf dem Bahndamm, für die Schröder geringere Kosten erwartet. Die Bahnstrecke sei dann auch rasch wieder benutzbar. In den Pachtvertragsverhandlungen mit der Rhein-Sieg-Bahn, die am 18. März in Stadthagen beginnen, soll über diese Lösung gesprochen werden. Ende März soll die Kostenrechnung für diesen Teil, des gesamten Zwei-Millionen-Euro-Projektes vorliegen.
Die Kosten für die geplante und bis zum Einkaufszentrum Nord bereits gebaute Gemeindeverbindungsstraße trägt die Stadt, sie erwartet aber 60 Prozent Zuschuss vom Land. Da das Projekt schon ins Mehrjahresförderprogramm des Landes aufgenommen ist, wird die Stadt die geplante Änderung nachreichen. „Auf keinen Fall sollen durch die Umplanung die Gesamtkosten steigen“, sagt Schröder. Über dieses Vorgehen wurde der Verwaltungsausschuss bereits unterrichtet
Einen weiteren Vorteil der Straße auf dem Bahndamm sieht Schröder noch: „Je weiter wir mit der Straße nach Norden kommen, desto weniger müssten wir von unserem Bauhof im Emerten abgeben. Die Streuguthalle und ein Unterstand werden dort aber der Straße auf jeden Fall im Wege sein.“ dil
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