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Rinteln Stadt „Es piepst im Ei“
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt „Es piepst im Ei“
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00:23 01.04.2018
Der Nachwuchs ist unverwechselbar, denn bei den Zwerg-Wyandotten gibt es reichlich Farbschläge zur Auswahl. Die Kinder sind von jedem einzelnen fasziniert. Quelle: rnk
KRAINHAGEN

 Und weil es am schnellsten war, bekam es auch den ebenso naheliegenden wie passenden Namen: Es heißt jetzt „Speedy“. Und am Wochenende folgte dann die restliche tierische Rasselbande, insgesamt acht Stück. Und als die Kinder am Montagmorgen wiederkamen, „da gab es ein großes Hallo“, sagt Kita-Leiterin Susanne Kuhlmann.

Es ist das dritte Mal, dass Wilhelm Struckmann in Krainhagen eine Handvoll Eier und eine Brutmaschine vorbeibrachte, damit die Kinder ihn mal live erleben können, den – durchaus spannenden – Weg vom Ei zum Küken.

Wilhelm Struckmann, Schaumburger Kreisvorsitzender der Rassegeflügelzüchter, hatte Eier von drei Zwerg-Wyandotten dabei und konnte dabei aus insgesamt 28 Farbschlägen auswählen: Was in Krainhagen schlüpfte, gehört zu den schwarzen, gold-schwarz-gesäumten und weiß-schwarzcolumbia Wyandotten. Soll heißen: Der Nachwuchs war unverwechselbar, jeder sah anders aus.

Doch ehe die Küken schlüpften, benötigten die Eier viel Pflege. Zweimal am Tag mussten sie von den Kindern gewendet werden, damit die Hagelschnur nicht zerdrückt wird, die das Eigelb in einer schwebenden Position hält. Natürlich entwickeln die Kinder durch diese Aufgabe den Bezug zu den Tieren, „sie sind ja hautnah dabei“, sagt Kuhlmann.

Die Jungen und Mädchen sehen und erleben, wie etwas heranwächst, und das sei mittlerweile ja auch nicht mehr die Regel; in diesem Punkt sind sich die Erzieherin und der Rassegeflügelzüchter durchaus einig, „die Kinder lernen, dass ein Ei etwas mehr ist als nur eine Beigabe auf dem Frühstückstisch“, formuliert es Struckmann.

Denn lange vorbei sind die jene Zeiten der Eltern und Großeltern, als auf dem eigenen Hof oder beim Nachbarn Glucken mit Küken herumliefen und einen völlig alltäglichen Anblick darstellten. Und am Wochenende, wenn die Kinder daheim waren, haben die Erzieher die Eier im Brutkasten gewendet, morgens um 9 und abends um 18 Uhr.

Vor dem Schlüpfen machten sich die Küken erst einmal durch Piepsgeräusche bemerkbar, dann war ein kleines Loch in der Eihülle zu sehen, ehe sich das Küken schließlich durch die Schale langsam ins Freie und ins Leben kämpfte. „Hör mal, es piepst im Ei“, ist dann ein Spruch, der von Kind zu Kind ging.

21 Tage lang sind Eier und Küken im Kindergarten, im nächsten Jahr wird wieder Vehlen mit der Brutmaschine besucht, Struckmann wechselt sich jährlich zwischen den Kitas ab.

Und normalerweise ist die Aktion vorbei, wenn Struckmann die Küken abholt, aber er hat auch schon mal ein größeres Huhn mitgebracht, damit die Kinder sehen, wie sie ausgewachsen ausfallen, „für Kinder ist das eine ganz spannende Sache“, sagt er. Und für das nächste Infojournal des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter will Stuckmann einen kleinen Bericht schreiben.

Es soll nicht verschwiegen werden: Ein klitzekleines Problem taucht nach der Aktion aber ab und an doch noch auf. Dann wollen die Kinder zu Hause keine Katze und auch keinen Hund als Haustier, sondern: ein Huhn.

rnk