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Rinteln Stadt Fliegende Turner und Theaterschlacht
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00:22 13.01.2016
Schlachtszene aus Romeo und Julia: die Theater AG des Gymnasiums. Quelle: tol
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Rinteln

Frank Rasche, Stadionsprecher von Hannover 96 und alter Fußballkumpel von Bürgermeister Thomas Priemer, machte die früher eher zähe und dröge Veranstaltung zu einer Unterhaltungsshow mit Musik, Infos, Interviews und Vorstellung eines neuen Radioangebots für Rinteln. Alles gut durchgestylt, Langeweile kam in zweieinhalb Stunden nie auf, nur wenige Gäste gingen wegen anderen Verpflichtungen vorzeitig.

 „Bunt wird es werden, eine Theaterschlacht mit Poetry Slam und fliegenden Jungs auf der Bühne“, machte Rasche gleich Appetit. Und das Jugendblasorchester der Stadt Rinteln sorgte für einen flotten musikalischen Einstieg. Die Kunstturner der Vereinigten Turnerschaft Rinteln zeigten, wie attraktiv Sport sein kann.

 Doch immer ist der Neujahrsempfang für den Bürgermeister auch die Gelegenheit zu Rückblick und Ausblick. Priemer ließ sich von Rasche dazu befragen oder die Stichworte geben, was die Sache aufpeppte. „Es war anstrengend, hat aber Spaß gemacht“, zog Priemer seine Bilanz 2015.

 Zum Kampf gegen die Güterbahntrasse gab Priemer den bekannten Zwischenstand ab, der Hoffnung mache, dass der Kelch an Rinteln und dem Weserbergland vorübergehe. Mit der neuen Verbindungsstraße Nord war Priemer zufrieden. „Auch in Mühlen- und Brennerstraße haben wir zehn Prozent weniger Verkehr gezählt.“

 Das Reparieren von Straßenschäden nach Prioritätenliste, die Modernisierung von Schulen, der Ausbau der Kinderbetreuung, mehr Angebote für alle Generationen, Netzwerke für Demenzbetroffene und Flüchtlinge, Wohnangebote für alle Generationen, klang alles gut, ist aber bekannt. Auch, dass Wohnen in Hannover erheblich teurer ist als in Rinteln. Neu immerhin, dass für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen in diesem Jahr ein Konzept vorgelegt werden soll. Und es gibt regelmäßige Gespräche mit den heimischen Unternehmen. Pro Rinteln soll eine Plattform für Online-Handel schmackhaft gemacht werden, ohne den es in zehn Jahren für den Einzelhandel in der Weserstadt düster aussehen könnte.

 Ob sich durch Umbauten bisheriger Ladenflächen Kundenmagneten in die Innenstadt ziehen lasen, ist bisher nur eine Hoffnung. „Vielleicht könnten wir dazu ein Pilotprojekt auflegen“, sagte Priemer. Befeuert wird dieser Gedanke dadurch, dass die Stadt auf den Bau einer neuen Integrierten Gesamtschule an der Burgfeldsweide hofft, wodurch zwei Schulstandorte in der Altstadt frei würden – frei für Wohnen und Handel.

 Priemer ging auch auf die Flüchtlingsproblematik ein. „Wir wollen in Rinteln friedlich miteinander leben. Und es lohnt sich, für unsere Demokratie und unsere Freiheit zu arbeiten.“ 300 registrierte Flüchtlinge befänden sich derzeit in Obhut der Stadt, nicht eingerechnet die Flüchtlinge in der ehemaligen Prince Rupert School, für die das Land Niedersachsenn zuständig ist. „Wir werden sicher noch mehr Flüchtlinge bekommen, wollen ihnen einen attraktiven Lebensort bieten. Aber sie müssen auch unsere Sprache lernen, unseren Staatsaufbau und unsere Regeln des Zusammenlebens“, betonte der Bürgermeister.

 Wie attraktiv Rinteln als Lebensort schon ist, das zeigten Schüler des Gymnasiums Ernestinum und junge Sportler der Vereinigten Turnerschaft Rinteln. Daniela Winkelhake, Jan Hannes Ballhorn und Laura Erke zeigten ihr Können als Poetry Slammer. Die Theater AG spielte Szenen aus „Romeo und Julia“. dil

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