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Rinteln Stadt Freispruch: Keine Münzen gestohlen
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Freispruch: Keine Münzen gestohlen
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19:41 26.09.2018
Quelle: dpa
Rinteln/Bückeburg

In erster Instanz war er vor drei Monaten vom Amtsgericht Rinteln zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro verurteilt worden. Nach Auffassung des damaligen Vorsitzenden Richters hatte der Mann in einem unbeobachteten Moment neun Münzen im Wert von rund 115 Euro in der Wohnung eines Rentners (77) und in dessen Beisein aus einem Album gestohlen. „Es war nicht festzustellen, dass Sie die Tat begangen haben“, wandte sich Richter Thorsten Garbe jetzt in seiner Urteilsbegründung an den 64-Jährigen. Zuvor hatten sich bei den Zeugenaussagen deutliche Widersprüche zu früheren Angaben ergeben.

Der Fall: Im Mai 2017 fuhr der Rentner mit einem Bekannten zu einem Flohmarkt nach Bad Nenndorf. Dort lernten die beiden den Angeklagten kennen, der dem Bekannten auch eine Taschenuhr verkaufte und ihn nach alten Sachen fragte. Schon am nächsten Tag tauchte der 64-Jährige bei dem Bekannten des Rentners auf und erwarb für 60 Euro eine Kette sowie Ohrringe. 45 Euro bezahlte er sofort, 15 Euro blieb er bislang schuldig. Jetzt, am Rande der Berufungsverhandlung, übergab er dem Mann den noch fehlenden Betrag.

Kurz nach dem Besuch bei dem Bekannten erschien der Angeklagte auch in der Wohnung des Rentners. Angaben des 64-Jährigen zufolge hielt er sich dort fünf Minuten auf, schaute sich um, fand aber nichts Verwertbares. Dagegen äußerte der Rentner, der Angeklagte habe sich Münzen in einem Album angeschaut und ihm dann gesagt, er solle sich umdrehen. Das erschien vor Gericht unglaubwürdig. Zwei Tage später habe der 77-Jährige im Album nachgeschaut und bemerkt, dass die wertvollsten Münzen aus den Hüllen verschwunden waren.

Beim Aufenthalt in der Wohnung soll der Rentner auch aus Jux gesagt haben, die Münzen seien im Garten vergraben. Wenn er, der Angeklagte, nett wäre, würde ihn der Rentner als Erben einsetzen. maf