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Rinteln Stadt Grünliches Pulver versetzt Behörde in Aufruhr
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Grünliches Pulver versetzt Behörde in Aufruhr
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10:49 07.03.2018
Die Rettungskräfte haben eine Dekontaminationsschleuse vor dem evakuierten Amtsgericht aufgebaut. Quelle: tol
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Rinteln

Insgesamt werden 19 Personen vom Rettungsdienst betreut. Bisher wurde niemand in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Feuerwehr errichtete vor dem Amtsgericht ein Dekontaminationszelt.

Der mysteriöse Brief war bereits im Zustellzentrum der Citipost aufgefallen weil er laut einer Zustellerin "besonders oll und versifft" gewesen sei. Nach der Zustellung in der Poststelle des Amtsgerichts wurde er dort geöffnet. Als das grünliche Pulver zutage trat wurde der Brief allerdings - das sorgte für eine höhere Anzahl betroffener Personen - hinauf zur Vorgesetzten getragen, statt ihn in der Poststelle zurückzulassen. Dass bestätigte auf Anfrage die Streifendienstleiterin Tamara Ermantraut-Riechers. Erst im Anschluss wurde die Polizei alarmiert. Diese befragte vor Ort die betroffenen Personen, bis eine Mitarbeiterin des Amtsgerichts über leichte Beschwerden klagte.

"Höchstmögliche Sicherheit"

"Dadurch haben wir uns gezwungen gesehen die Rettungskräfte und die Feuerwehr unter entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen hinzu zu ziehen, um für die Stadt Rinteln und für die Mitarbeiter des Amtsgerichts die höchstmögliche Sicherheit zu gelangen." Das gesamte Amtsgericht wurde evakuiert. Auch die Schüler der nahegelegenen Schule verließen geordnet unter Aufsicht ihrer Lehrer das Gebäude. 

Unter „Vollschutz“ betreten Feuerwehrleute das Gebäude.

Die Leitstelle rief einen möglichen "Massenanfall von Verletzten" mit bis zu 30 Betroffenen auf. Aus dem gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus fuhren Rettungsfahrzeuge zum Amtsgericht. "Aufgrund der unklaren Lage haben wir entsprechend reagiert", so Ermantraut-Riechers, "Sicherheit geht vor." Fünf Patienten klagten konkret über klinische Symptome. Darunter insbesondere Atemnot, Kreislaufprobleme sowie Husten. Bisher musste niemand ins Krankenhaus eingeliefert werden.

19 Personen untersucht

Ein Teil der Innenstadt wurde von der Polizei gesperrt, auf dem Marktplatz positionierte sich die Feuerwehr. Einer nach dem anderen wurden 19 Personen, die möglicherweise mit dem noch unidentifizierten grünlichen Pulver in Berührung kamen, im Dekontaminationszelt der Umweltschutzeinheit der Feuerwehr untersucht. Alle mussten bis zum Ende des Einsatzes vor Ort bleiben, da ohne ein Ergebnis der Laboruntersuchung keine Entwarnung gegeben werden konnte.

Der Gefahrgutzug der Feuerwehr Rinteln errichtet ein Dekontaminationszelt beim Amtsgericht. tol

Nach gut zwei Stunden schätzten die Einsatzkräfte allerdings die Situation vor Ort als deutlich entspannter ein. Ein großer Teil der Rettungskräfte wurden wieder abgezogen. Eine Spezialeinheit des LKA Hannover rund um den Chemiker Christian Vidal reiste eilig aus der Landeshauptstadt an. Unter Vollschutz betraten Feuerwehrleute das möglicherweise kontaminierte Amtsgericht und suchten nach dem fraglichen Pulver. Insgesamt drei Mal mussten sie eine Probe des Pulvers entnehmen und zum Labor vor dem Amtsgericht bringen. Ein Ergebnis des Tests steht zum derzeitigen Zeitpunkt noch aus. 

 Mehrere leitende Notärzte sowie organisatorische Leiter des Landkreises übernahmen die Organisation der verschiedenen Einsatzstellen. Ortsbrandmeister Thomas Blaue übernahm die Einsatzleitung des Großeinsatzes. r

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