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Rinteln Stadt „Höret der Herzen frohlockendes Preisen“
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt „Höret der Herzen frohlockendes Preisen“
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00:16 02.01.2013
Die Solisten Ina Westphal (l.) und Sebastian Brendel (r.) mit Dirigent Wolfgang Westphal, Kammerorchester und Oratorienchor. Quelle: tol
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Rinteln (dil)

Stattdessen trat Tenor Patrick Grahl, der als Evangelist aufgetreten war, noch einmal herein und berichtete: „Herr Westphal hat die Kirche bereits verlassen. Damit die Musiker nach Hause gehen können, müssen Sie jetzt aufhören zu klatschen.“

 Immerhin war der Beweis hoher Zufriedenheit mit der Aufführung erbracht. Noch auf dem Heimweg in die letzte komplette Nacht des alten Jahres erzählten sich so manche Besucher begeistert, wie beeindruckt sie von der Leistung der Musiker und der Qualität der Solisten waren.

 Das Konzert zuvor war geprägt von barocker Strenge, kontrollierter Emotion. Westphal verzichtete auf jegliche Moderation, ging gleich ans Dirigentenpult und ließ die nahezu 100 Stimmen und fast zwei Dutzend Musiker mal zur Einheit verschmelzen, mal im Wechsel glänzen.

 Das Schaumburger Kammerorchester startete mit Paukenschlägen in das eineinhalbstündige Werk (die ersten drei Kantaten des Oratoriums). „Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste getan“, ließ der Schaumburger Oratorienchor, verstärkt durch Mitglieder des Jugendchors der ev. Singschule, kraftvoll ertönen. Dann begann das Wechselspiel aus erzählendem Gesang des Evangelisten (Tenor Patrick Grahl) und in Arien gesungenen Szenenbildern der Heiligen Nacht. Hier glänzten Ina Westphal (Sopran), Eva Schuster (Alt) und Sebastian Brendel (Bariton), zum Teil auch im Duett. Das Publikum konnte dem Geschehen durch Lesen eines Textfaltblattes gut folgen, musste ansonsten aber völlig passiv bleiben.

 Zum Schluss ließ der Chor ein zweites Mal stimmgewaltig hören: „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen (!), lass Dir die matten Gesänge gefallen, wenn Dich Dein Zion mit Psalmen erhöht, höre der Herzen frohlockendes Preisen, wenn wir Dir jetzo die Ehrfurcht erweisen, weil unsere Wohlfahrt befestigt steht.“ Sekunden des Innehaltens, dann brandet der Beifall auf, einige klatschen stehend vor Begeisterung. Westphal begibt sich hinein ins Ensemble, gönnt erst Einzelnen durch deren Herausheben den Beifall, dann wieder allen, hält sich aber selbst zurück.

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