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00:18 04.06.2018
Tüxen-Preisträger Wolfredo Wildpret de la Torre (rechts) mit Bürgermeister Thomas Priemer bei der feierlichen Preisverleihung. Quelle: tol
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Rinteln

Wildpret de la Torre ist zum achten Mal bei einer Tüxen-Preis-Verleihung dabei – diesmal als Preisträger. Der Spanier, der auf Teneriffa lebt, hielt seine Rede vor den versammelten Wissenschaftlern und Honoratioren in Deutsch. Deutsch sei neben Spanisch die zweite Sprache in seinem Elternhaus gewesen, denn seine Familie stamme aus der Schweiz.

Diese Deutsch-Kenntnisse waren es dann auch, die Wildpret de la Torre, der an der Universität Madrid Biologie studiert hatte, nach Stolzenau und mit Professor Reinhold Tüxen zusammen gebracht haben. Der Iberer schilderte, dass Tüxen ihn vom ersten Augenblick an beeindruckt habe – als Wissenschaftler wie als Mensch. Und er habe ihm viele Türen geöffnet. Beeindruckt habe ihn allerdings auch bei Exkursionen in ganz Deutschland die „verwegene Fahrweise“ des Professors in dessen VW-Cabrio. Aus einer Exkursion zur Insel Neuwerk bei Cuxhaven ist dann auch die erste wissenschaftliche Publikation Wildpret de la Torres entstanden.

Wie Professor Dr. Richard Pott verriet, Vorsitzender der Tüxen-Gesellschaft, die den jeweiligen Preisträger vorschlägt, gibt es zwischen Teneriffa, der Insel auf der Wildpret de la Torre wohnt und der Vegetationswissenschaft einen wichtigen Anknüpfungspunkt: Dort sei diese Wissenschaft nämlich erst entstanden. Und zwar mit dem Aufstieg des deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt auf den Vulkan Pico del Teide. Humboldt habe dort erstmals im Sinne der Geobotanik die Vegetation beschrieben. Diese Tatsache sei auch Ursache dafür, warum viele Pflanzensoziologen aus der ganzen Welt, sogar Japaner und Chinesen, Deutsch sprechen. „Die wollen alle Humboldts Werke in Deutsch lesen“, so Pott.

Dass die Verleihung des Tüxen-Preises auch Anlass für ein Treffen des „Netzwerkes“ der Vegetationswissenschaftler aus aller Welt ist, konnte man an der Teilnehmerliste ablesen. Der am weitesten angereiste Professor kommt aus den USA. Und kein ehemaliger Preisträger versäumt dieses Treffen, wenn es möglich ist. Selbst über 90-Jährige konnte Pott gestern begrüßen.wm

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