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Rinteln Stadt Im Schloss sitzt der Gilb
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Im Schloss sitzt der Gilb
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00:24 14.03.2015
So idyllisch, wie es aussieht ist es nicht: Die Fenster sind nicht mehr dicht, drei Fensterflügel sogar komplett verschwunden. Quelle: tol
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Rinteln

Gleichzeitig will der Naturschutzbund (Nabu) Rinteln gemeinsam mit dem Niedersächsischen Heimatbund und dem Arbeitskreis Denkmalschutz eine Eingabe an den Petitionsausschuss des Landtags richten, damit bestimmte Bereiche des Parkes um die „Hexenteiche“ unter Naturschutz gestellt werden.

Mitarbeiter des Bauamtes haben nach Informationen unserer Zeitung jüngst das Schloss besichtigt und die Schäden auf Fotos dokumentiert. Ergebnis der Schadensschau ist ein Maßnahmenkatalog mit elf Punkten, den die derzeitige Schlosseigentümerin abarbeiten soll. Die Leiterin des Bauamtes, Elena Kuhl, bestätigte auf Anfrage, dass es eine Schlossbesichtigung gegeben habe, wollte sich aber zu den Einzelheiten nicht äußern.

Der Redaktion liegt inzwischen aus anderer Quelle die detaillierte Schadensliste vor. Festgestellt wurden unter anderem: An einer Gaube ist das Kehlblech defekt, auf einem Nebengebäude fehlen zehn Dachpfannen, in einem Außenflügel sind drei Fensterflügel verschwunden, an der Fassade des Haupthauses an der Ostseite ist das Fallrohr defekt. Die Folge all dieser Schäden: Regenwasser dringt in das Gebäude ein.

Außerdem dokumentierten die Bauamtsmitarbeiter Durchfeuchtungen der Balkenlage im zweiten Dachgeschoss – dort ist die Standsicherheit gefährdet – dazu Feuchteschäden im Haupthaus, Durchfeuchtungen in den Dachschrägen des Nebengebäudes und Feuchtigkeit in der Wand.

Die Stadt hat der Schlosseigentümerin eine Frist gesetzt: Bis zum 20. März soll sie eine Stellungnahme abgeben. Gleichzeitig wird sie in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz der Eigentümer eines Kulturdenkmals auch die Pflicht habe, es instand zu halten, zu pflegen und vor Gefährdung zu schützen.
Die vorgenannten Schäden, heißt es, „führten zu einem Verfall der Arensburg und verstießen damit gegen die Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes“.

Beim Naturschutzbund vermisst man bisher ein größeres Engagement der Stadt Rinteln und des Landkreises Schaumburg, um den Arensburgpark zu schützen. Wie der Rintelner Nabu-Vorsitzende Nick Büscher gestern schilderte, habe man bereits vor drei Jahren vorgeschlagen, das Gebiet um die „Hexenteiche“ unter Naturschutz zu stellen, eine entsprechende Verordnung erarbeitet und Stadt und Landkreis vorgestellt – ohne Reaktion.

Es war wohl vor allem der Erfinder, Heinrich Gruber, der mit der Kettensäge und seinen Galloways und Eseln den 1820 angelegten englischen Park mit seltenen Bäumen und Pflanzen nach eigenen Vorstellungen von Waldwirtschaft „umgestaltet“ hat.

Eckhard Marx, der sich unter anderem ehrenamtlich für Pflanzenkartierung engagiert, hat auch die Botanik des Parks erforscht. Der Park beherberge, sagt Marx, mehrere „wie die Perlen einer Kette“ kleinräumige, aber gut abgrenzbare schützenswerte Biotope. Von den ursprünglich vier Teichen ist noch einer übrig. Die anderen sind verschlammt oder verlandet. Noch finde man dort seltene bis sehr seltene Pflanzen wie beispielsweise Moschuskraut, dunkles Lungenkraut, Hohler Lerchensporn oder Schwarze Teufelskralle, betonte Marx.

Besonders sei die Sumpfwiese mit Hochstaudenflur, im Frühjahr mit Sumpfdotterblumen, im Sommer mit Gilbweiderich und hoher Schlüsselblume und im Herbst mit Igelkolben und Wasser-Minze bewachsen. Herausragend sei auch die „schlitzblätterige Linde“, von der es nur noch ein paar Bäume in Deutschland gibt. Dazu kommen Amphibien wie verschiedene Molcharten, Salamander, Erdkröten und die Wasserspitzmaus.

Es ist ein Park, dessen Besonderheiten Hermann Löns schon 1910 beschrieben hat. Marx hat den Text im Staatsarchiv Bückeburg entdeckt, dazu Rechnungen für die seltenen Pflanzen, die der Fürst unter anderem damals aus Kalifornien per Schiff hat kommen lassen. wm

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