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Rinteln Stadt Inklusion Sargnagel der Dorfschule?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Inklusion Sargnagel der Dorfschule?
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00:20 16.02.2019
Kleine Beine, schwere Taschen, aber weiter kurze Wege: Alle Parteien wollen Grundschulstandorte behalten.  Quelle: tol
Rinteln

„Kurze Beine, kurze Wege“ müsse Motto bleiben. Nach Veit Rauch (CDU) und Astrid Teigeler-Tegtmeier (SPD) haben sich jetzt auch WGS-Vorsitzender Gert Armin Neuhäuser, Ralf Kirstan (FDP) und Christoph Ochs (Grüne) zu Wort gemeldet.

Neuhäuser weist darauf hin, dass einer der wenigen Bereiche, in denen die Stadt originär zuständig ist, Kindergärten und Primarschulen sind: „Ich habe immer noch die Hoffnung, dass die derzeitige Landesregierung, anders als SPD und Grüne, in Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden den absoluten und rechtlich nicht zwingenden ausufernden Ansatz der Inklusion – jedes theoretisch denkbare benachteiligte Kind müsse grundsätzlich in jedem Klassenraum jeder Schule unterrichtet werden können – wieder zurückfährt.“

Gerade die Inklusion zwinge die Kommunen zu Investitionen in Grundschulen (GS). Und Neuhäuser hält eine weitgehende Zusammenlegung der Grundschulen in einem Neubau für unsinnig: „Mit meiner Stimme wird ein Plan, der Feuerwehren richtigerweise in der Fläche belässt, aber Grundschulen zusammenlegt, nicht realisiert.“ Auch wenn Investoren schon jetzt nach den dann freien Schulgrundstücken gierten.

Geregelter Wettbewerb

Ochs (Grüne) hält die Auflösung der Dorfschulen und die Zusammenlegung auf zwei Standorte ebenfalls für unsinnig. Gerade die ganz kleinen Schüler brauchen ein übersichtliches Lernumfeld. Ochs schlägt als Zukunftssicherung für Dorfschulen einen „geregelten Wettbewerb“ zwischen den Schulen als Lösung vor. Dass attraktive Konzepte kleineren Dorfschulen durchaus zusätzliche Schülerzahlen bescheren können, zeige der Wunsch mehrerer Eltern, ihre Kinder auf die GS Krankenhagen zu schicken, die dies aufgrund ihres Wohnortes außerhalb des Schulbezirkes jedoch nicht dürfen.

Und es gibt noch einen Faktor, der den Entscheidungsspielraum der Kommunalpolitik einschränkt. Darauf verweist Ralf Kirstan (FDP): die Verfügbarkeit von Grundschullehrern und deren pädagogische Einsatzgebiete. Darüber entscheidet nämlich nicht die Kommunalpolitik, sondern das Kultusministerium beziehungsweise die Landesschulbehörde und letztlich vor Ort die Schulleitung unter Einbeziehung des Kollegiums. Siehe Grundschule Steinbergen. wm