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Rinteln Stadt Keine Bewährung für 61-jährigen Ladendieb
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Keine Bewährung für 61-jährigen Ladendieb
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00:24 28.06.2015
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Rinteln/Bückeburg.

Während der erheblich vorbestrafte Mann die angestrebte Bewährungsstrafe verfehlte, bestätigte die Kammer unter Vorsitz von Richter Axel Schulte im Wesentlichen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Rinteln.
Dabei lautete der Schuldspruch auf Diebstahl mit Waffen, weil der bereits unter Bewährung stehende Arbeitslose bei der Tat ein kleines Taschenmesser in seiner Oberbekleidung hatte. Dafür sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von drei Monaten vor.
Der Fall: An einem Abend im Januar vergangenen Jahres ging der Angeklagte in einen Rintelner Drogeriemarkt. Er nahm Ginseng-Pillen und auch Lecithin-Tabletten aus den jeweiligen Verpackungen und warf die Blister in seinen mitgeführten Leinenbeutel.
Anschließend entledigte sich der Mann der beiden Verpackungen und legte diese in verschiedene Regale. Dann ging er Richtung Ausgang, wurde aber von einer Kassiererin angehalten. Die alarmierte Polizei nahm den Mann mit zum Revier. Auf der Wache stellten Beamte später das kleine Messer sicher.
In einer früheren – für unglaubwürdig gehaltenen – Aussage beteuerte der Angeklagte, er habe die Ware bezahlen wollen. Sinngemäß äußerte er damals, er habe die Tabletten aus den Verpackungen genommen, weil sein Leinenbeutel voll war und die Verpackungen nicht mehr hineinpassten. Darüber hinaus wollte er auch eine Kassiererin fragen, ob das so gehe. Der Arbeitslose will zudem 500 oder 600 Euro Bargeld mit sich geführt haben.
In das jetzige Urteil des Landgerichts Bückeburg wurden zwei frühere Entscheidungen des Amtsgerichts Minden einbezogen. In beiden Fällen ging es ebenfalls um Ladendiebstähle. Bei der ersten Tat entwendete der heute 61-Jährige Artikel im Wert von 18 Euro, unter anderem Mittel zur Gedächtnissteigerung.
Im zweiten, erst kürzlich entschiedenen Fall, erbeutete der Mann erneut Ginseng-Kapseln. Schaden: wiederum acht Euro. Jedes Mal gab der Dieb hinterher an, er könne sich an die Vorfälle nicht erinnern.
Nach knapp einstündiger Verhandlung musste der Berufungsprozess am Bückeburger Landgericht nun sogar für rund 15 Minuten unterbrochen werden. Der 61-jährige Angeklagte litt zwischenzeitlich unter gesundheitlichen Beschwerden. maf

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