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Rinteln Stadt Kooperationspartner gesucht
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22:09 08.07.2018
Der Behindertenbeirat würde gern den Aktivisten Raul Krauthausen nach Rinteln einladen. Quelle: Sozialhelden
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Rinteln

Nachgedacht wurde auf der einen Seite über eine publikumswirksame Veranstaltung, auf der anderen über die Aufstellung eines Tastmodells der Stadt Rinteln.

Raul Krauthause soll eingeladen werden

Am liebsten würde man, so wurde aus Beiträgen des Vorsitzenden Manfred Pollmann und seiner Stellvertreterin Jeannine Ephan deutlich, Raul Krauthausen nach Rinteln einladen. Der Berliner ist als „Inklusions-Aktivist“, wie er sich selbst gern bezeichnet, bereits einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er ist Gründer der Initiative „Sozialhelden“ (einer „Denkfabrik für soziale Projekte“), studierter Kommunikationswirt und Designer und seit mehr als zehn Jahren in der Internet- und Medienwelt aktiv. „Das Netz ist mein zweites Zuhause“, sagt er.

Dort twittert, bloggt und postet er über die Dinge, die ihn bewegen. Und er kommt als Redner zu Veranstaltungen vor Ort: Mal humorvoll, mal ernst und mal mit spitzer Zunge setzt er sich für die Belange Behinderter ein. Krauthausen ist selbst auf den Rollstuhl angewiesen, er ist an Osteogenesis Imperfecta, der sogenannten Glasknochenkrankheit, erkrankt. Zuletzt sorgte er mit seinem Buch „Dachdecker wollte ich eh nicht werden. Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“ für Aufsehen.

Finanziell nicht zu leisten

Der Behindertenbeirat hält Krauthausen für ideal geeignet, Themen wie die Inklusion engagiert und doch humorvoll einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen – und dabei auch Nicht-Behinderte zu erreichen. Die Sache hat nur einen Haken: Ein bekannter Redner wie Krauthausen hat seinen Preis – und der ist für den Behindertenbeirat (allein) nicht zu stemmen.

Sponsorensuche wäre eine Alternative, doch noch besser gefiel den Mitgliedern die Idee, einen kompetenten Partner mit ins Boot zu holen. So würde eine Veranstaltung auch gleich auf eine breitere Basis gestellt werden. Deshalb soll jetzt Kontakt zum Kulturring, den Kirchen und dem Diakonischen Werk aufgenommen werden, ob dort Interesse besteht.

Podiumsdiskussion ist nur „zweitbeste“ Möglichkei

Alternativen wie eine Podiumsdiskussion wurden zwar in Erwägung gezogen, aber nur als „zweitbeste“ Möglichkeit eingestuft. Motto: Mit Politikern allein lockt man niemanden hinter dem Ofen hervor.

In eine ganz andere Richtung zielt, wie schon einmal berichtet, die Idee des Beirates ab, in Rinteln ein bronzenes Tastmodel der Stadt zu installieren. Nicht nur Blinde und Sehbehinderte würden davon profitieren, sondern zum Beispiel auch Gäste im Rahmen einer Stadtführung. Problem auch hier: die Finanzierung. Nur mit Großsponsoren ließe sich bei Kosten von mindestens 30.000 Euro so ein Projekt umsetzen.

Thomas Priemer sagt Unterstützung zu

Wie das funktionieren könnte, hat Bückeburg vor einigen Jahren vorgemacht. Dort wurden heimische Firmen, die Stiftung der Volksbanken, der Lions Club und die Rotarier erfolgreich mit ins Boot geholt. Wie Pollmann mitteilte, hat Bürgermeister Thomas Priemer jetzt zugesagt, in dieser Richtung aktiv zu werden. Der Beiratsvorsitzende: „Nur mit dem Verkauf von Torten lässt sich so etwas nicht finanzieren.“

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