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Rinteln Stadt Krötenschutzzaun an der Arensburg zerstört
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Krötenschutzzaun an der Arensburg zerstört
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00:27 14.03.2018
Nabu-Helfer beim Aufbauen eines Amphibienschutzzauns. Quelle: Symbolfoto, dpa
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Steinbergen

„Im Rahmen der Begehung des Amphibien-Leitsystems, das sich an der Landesstraße 442 gegenüber von Schloss Arensburg befindet, mussten wir feststellen, dass dieses dort stark beschädigt worden ist“, klagt Nick Büscher, Vorsitzender des Nabu Rinteln, gegenüber dieser Zeitung.

Dies sei umso misslicher, da der laut Büscher mutmaßliche Verursacher, der in dem betroffenen Bereich Holzfällarbeiten mit schwerem Gerät vorgenommen habe, sich „augenscheinlich nicht um den Schaden kümmerte“. „Jedenfalls“, so der Rintelner Nabu-Chef, „wurde an uns keine Information herangetragen, dass dort eine Beschädigung des Leitsystems entstanden ist.“

Arensburg ist wichtige Wanderstrecke

Da die Amphibien-Wanderung bald beginnt und es sich bei dem Bereich rund um die Arensburg um eine naturschutzfachlich bedeutsame Wanderstrecke für Amphibien, unter anderem für den Kammmolch, handele, ist nach Worten Büschers dringender Handlungsbedarf geboten: „Die Leitplanke muss an einigen Stellen neu gesetzt werden, da diese ihre Funktion als Barriere für die wandernden Tiere derzeit nicht mehr erfüllt.“

Auch größere Mengen Holz seien auf die Leitplanken geworfen worden, sodass die Bereiche für die ehrenamtlich tätigen Helfer des Nabu Rinteln nicht mehr erreichbar seien. Überdies seien einige der eingegrabenen Krötenfangeimer, die mit Deckeln verschlossen waren und an diesem Wochenende für die Amphibien-Wanderung geöffnet werden sollten, beschädigt oder ganz zerstört worden, so Büscher. „Ehrenamtlich ist eine kurzfristige Reparatur nicht zu leisten.“

Aufruf zur Vorsicht

Heimische Amphibien verlassen in diesen Tagen ihre Erdlöcher im Wald und machen sich auf den Weg zu den Laichgewässern, um für Nachwuchs zu sorgen. Damit ihnen dies auch unbeschadet gelingt, haben ehrenamtliche Helfer des Nabu Rinteln außer in Steinbergen auch in Möllenbeck und am Waldkater Amphibien-Schutzzäune aufgebaut, um die Tiere davon abzuhalten, die stark befahrenen Straßen zu überqueren.

„Die Amphibien bleiben zeitweise sogar auf dem aufgewärmten Asphalt sitzen und sind der tödlichen Gefahr der Fahrzeuge ausgesetzt“, weiß Kathy Büscher vom Nabu Rinteln. Mithilfe tatkräftiger Unterstützung beim Aufbau der Schutzzäune, so hoffen die Naturschützer, können während der Amphibien-Wanderung viele der wechselwarmen Vierbeiner ihre Laichgewässer erreichen.

Der Nabu bittet Autofahrer bis Mitte April um besondere Umsicht und langsames Fahren an den Amphibien-Schutzzäunen, um die Helfer nicht zu gefährden. Aber auch andernorts sei ein achtsamer Blick auf die Straße nötig, denn an vielen anderen Stellen in Rinteln, an denen keine Schutzzäune aufgestellt würden, gebe es ebenfalls Amphibien, die Straßen überqueren. jan

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