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Rinteln Stadt Mädchen unsittlich berührt?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Mädchen unsittlich berührt?
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00:17 30.07.2016
Im Strudelbecken des Weserangerbades soll ein 37-jähriger Mann ein Mädchen (15) unsittlich an den Brüsten berührt haben. Quelle: Archiv/tol
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Rinteln

Das Mädchen hatte sich am späten Dienstagnachmittag an das Badepersonal gewandt. Es sei im Strudelbecken von einem Mann unsittlich an den Brüsten berührt worden und wolle den Fall anzeigen. Mitarbeiter des Weserangerbades verständigten daraufhin die Polizei.

Als die Polizei kurz darauf im Weserangerbad eintraf, wurde der mutmaßliche Täter, ein 37-Jähriger aus Syrien, identifiziert und von den Beamten noch vor Ort zu dem Vorwurf des Mädchens befragt. Der Mann stritt die Tat ab. Die Berührung sei keine Absicht gewesen, womöglich durch die Strudelbewegung versehentlich zustande gekommen.

Badeaufsicht hat nichts mitbekommen

Die Badeaufsicht des Weserangerbades hat von dem Vorfall im Strudelbecken nichts mitbekommen, teilt Jürgen Peterson, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Rinteln GmbH, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Badeaufsicht, das sind drei Mitarbeiter: Schwimmmeister Stefan Lehmann und zwei Fachangestellte. Dazu kommen ein Mitarbeiter an der Kasse und eine Reinigungskraft. „Sie alle sind für die Gäste jederzeit ansprechbar“, sagt Peterson.

Aber reichen fünf Mitarbeiter aus, um die Sicherheit in einem Freibad zu gewährleisten, das an Tagen wie diesen von rund 1000 Badegästen besucht wird? „Hauptaufgabe der Badeaufsicht ist es“, so Peterson, „für die Sicherheit in den Schwimmbecken zu sorgen.“ Außerdem seien ja auch nicht alle 1000 Badegäste auf einmal im Wasser, geschweige denn überhaupt im Freibad.

Zu Spitzenzeiten am Wochenende kommt das Weserangerbad über den Tag verteilt sogar auf 4000 Besucher. Am Wochenende werde die Badeaufsicht deshalb durch zwei bis drei Mitarbeiter der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft vor Ort verstärkt.
Darüber hinaus werde das Personal ja auch von den Gästen selbst angesprochen, wenn „Leute irgendwelchen Unsinn machen“, so Peterson. Das Personal der gegenwärtigen Badeaufsicht reiche aus.

Der Syrer kam als Flüchtling nach Deutschland. In der jüngeren Vergangenheit hatte die Polizei in Pressenotizen darauf verzichtet, die Nationalität der Beteiligten zu nennen, sofern diese für den Tatbestand oder die Aufklärung der Tat nicht von Belang ist.

Kontroverse Diskussionen

Wieso weicht die Polizei nun davon ab? Fälle wie der im Weserangerbad würden in der Öffentlichkeit derzeit kontrovers diskutiert, sagt Thomas Münch, Sprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. In den vergangenen Monaten gingen wiederholt Berichte über vermeintliche oder tatsächliche Übergriffe von Flüchtlingen auf weibliche Badegäste durch die Medien. „Deshalb wollen wir mit der Nennung der Nationalität Spekulationen vorbeugen.“ Es solle nicht der Eindruck entstehen, die Polizei würde der Öffentlichkeit Fakten vorenthalten.

Das Personal des Weserangerbades hat laut Peterson im Hinblick auf Flüchtlinge – sofern diese überhaupt als solche erkennbar sind –, die das Rintelner Freibad besuchen, „keine besonderen Auffälligkeiten“ festgestellt. Deshalb bestehe auch „keine Handlungsnotwendigkeit“. Erst vor zwei Wochen war aus dem Weserangerbad eine sexuelle Belästigung gemeldet worden.

Afghane wurde gestellt

Ein 27-jähriger Afghane soll – ebenfalls im Strudelbecken – zwei Mädchen (beide 13) mehrfach unsittlich berührt haben. Der Beschuldigte wurde gestellt, die Ermittlungen dauern noch an. Im Fall des 15-jährigen Mädchens haben in den sozialen Medien viele bereits ihr Urteil gefällt: Der Mann ist schuldig, gehört eingesperrt oder abgeschoben – um nur die harmloseren Strafforderungen, die damit einhergehen, zu nennen.

Doch diese Fragen werden von der Polizei und gegebenenfalls von der Justiz zu klären sein. Ermittlungen wurden aufgenommen. Sowohl der Beschuldigte als auch das Mädchen und etwaige Zeugen werden von der Polizei vorgeladen. Bislang steht Aussage gegen Aussage. pk

Ein 37-Jähriger soll am Dienstag im Weserangerbad eine 15-Jährige angegrapscht haben.

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