Rinteln (dil). Denn der Fluss stockt zu oft, dann hupen sich Autofahrer gegenseitig zu, um Vorfahrt zu gewähren oder einzufordern. Jetzt hat er sich bei der Stadtverwaltung beklagt.
„Wir werden uns der Sache demnächst annehmen und mit ihm sprechen“, versicherte Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp gestern auf Anfrage. Aber ob das zielführend sein wird, ist offen. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz sieht jedenfalls hier wie auch anderen Stellen mit vermeintlich zu viel Verkehr in der Altstadt das Problem: „Ändern wir was, dann sind bald andere am meckern.“
Heilemeier wäre schon mit relativ wenig zufrieden: „Dienstags von 6 bis 12 Uhr ist zum Beispiel stundenweise das Parken auf einer Straßenseite verboten, damit das Müllfahrzeug durchkommt. Doch da hält sich kaum jemand dran. Dann steht das Müllfahrzeug mitten auf der Straße und löst zu beiden Seiten Staus aus. Aber immer noch quetschen sich Autofahrer seitwärts dazwischen. Hier müsste das Parken ganz verboten werden, eine Zickzack-Markierung auf den jetzt benutzten Parkflächen würde reichen. Und dann natürlich mehr Kontrollen und Knöllchen über mehr als fünf Euro, sonst hilft das nicht.“
Richtig Ruhe könne man in seiner Ecke nicht bekommen, ist sich Heilemeier sicher. Da der Merkur-Verlag Lieferverkehr anziehe, sich Schulbusse durch die Straße zwängen, Handwerker vor Kundenhäusern parken und die Gaststätten beliefert werden müssen, erscheint hier Einbahnverkehr nicht möglich. „Ich habe mein Schlafzimmer schon nach hinten verlegt, mein Nachbar von gegenüber auch“, sagt Heilemeier resigniert. „Aber wenigstens das Hupen und die Staus sollten aufhören.“
Die gegenüberliegende Burghofklinik hatte schon im Sommer vergangenen Jahres in einem Gespräch mit der SPD-Ratsfraktion darauf hingewiesen, dass die Krankenhäger Straße ein Lärmproblem für die Klinik darstelle. Gerade Patienten von Privatkassen hätten in Fragebögen vor der Abreise ihre Unzufriedenheit mit dem Lärm erklärt, manche von denen kämen nie wieder. Hier ging es allerdings um Lärm nach 22 Uhr, wenn in der Klinik Bettruhe herrscht, draußen aber noch Cabrios mit lauter Musik vorbeirauschen. In der Burghofklinik hat man seither keine Veränderung oder Verbesserung bemerkt, sagte deren Geschäftsführer Georg Schmidt gestern.
Der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Wissmann gestern auf Anfrage: „Wir haben noch nichts unternommen, aber der Verkehr in der westlichen Altstadt ist schon seit Langem ein Problem. Das Thema wird sicher noch in diesem Jahr auf die Agenda des Rates kommen.“
Seit Langem ein Problem? Für Heilemeier hat alles mit dem Bau der Fußgängerzone begonnen. Seither rolle mehr Verkehr vor seiner Haustür vorbei. Dies stellt Bürgermeister Buchholz aber in Zweifel und verweist auf Fahrzeugzählungen, die keine Steigerung ergeben hätten.
Buchholz erklärt: „Wenn wir das Parken einschränken, damit der Begegnungsverkehr besser fließt, dann wird auch schneller gefahren. Das ist bundesweit so, und das löst dann neue Beschwerden aus.“
Im Kommunalwahlkampf hatten sich vor allem WGS und Grüne für eine weitere Verkehrsberuhigung in der Altstadt ausgesprochen, CDU und SPD waren da 2011 eher zurückhaltend. Seit der Wahl hat man von diesem Thema aber nichts mehr gehört.
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