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Rinteln Stadt Mehr Übergriffe mit Tränengas?
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00:16 22.07.2016
Seit Anfang des Jahres ist der Verkauf von sogenannten Pfeffersprays deutlich angestiegen. In Rinteln gebe es derzeit jedoch keine Lage, die es rechtfertige, sich mit derartigen sogenannten Abwehrmitteln auszurüsten, so die Polizei Rinteln. Quelle: dpa (Symbolbild)
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RINTELN

Am vergangenen Wochenende ist ein Mitarbeiter der Diskothek „Happy Night“ an der Bahnhofstraße von einem 19-Jährigen mit Pfefferspray angegriffen worden. Seit Anfang des Jahres ist die Nachfrage nach Pfefferspray und anderen Geräten zur Selbstverteidigung in Rinteln stark angestiegen, wie diese Zeitung unlängst recherchierte. Haben parallel dazu die Übergriffe mit Pfefferspray in der Weserstadt zugenommen?

Am frühen Sonntagmorgen hatte ein Türsteher des „Happy Night“ einem 19-Jährigen den Zutritt verweigert. Daraufhin zückte der Abgewiesene ein Pfefferspray und besprühte damit den Mitarbeiter. Das Opfer erlitt leichte Verletzungen im Gesicht, der Augenbereich schwoll an, Sanitäter behandelten den Mann ambulant, wuschen ihm die Augen aus. Gegen den bereits polizeibekannten Täter werde nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Einzelfälle

Für die Polizei Rinteln ist jedoch bislang kein Zusammenhang zwischen dem angestiegenen Verkauf von Pfefferspray und den beiden Übergriffen der vergangenen zwei Wochen ersichtlich. Dabei handele es sich um Einzelfälle.

„Es gibt keine Häufung dieser Fälle“, teilt Kriminalhauptkommissar Jörg Stuchlik auf Anfrage unserer Zeitung mit. Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht von Köln und anderen Städten war der Verkauf von sogenannten Abwehrmitteln vielerorts angestiegen, offenbar aus einem erhöhten Unsicherheitsgefühl heraus. Für Stuchlik eine Überreaktion, zu der Menschen manchmal neigten. Fakt sei jedoch, zumindest in Rinteln: „Wir haben keine Lage, die es rechtfertigt, sich mit Pfefferspray auszurüsten“, betont Stuchlik.

Tatsächlich kann sich derjenige, der sich mit Abwehrmitteln wie Pfefferspray ausstattet, strafbar machen. Die Polizei spricht von drei unterschiedlichen Arten sogenannter Reizstoffsprühgeräte.

Es gibt das frei verkäufliche Tierabwehrspray. Dieses Spray darf allerdings ausschließlich gegen Tiere angewendet werden, sagt Polizeikommissar Jaesch im Gespräch mit dieser Zeitung. Es sei denn, man befindet sich in einer Notsituation und hat das Spray zufällig bei sich. Dann würde der Einsatz unter Notwehr verbucht werden.

Außerdem gibt es das landläufig sogenannte Pfefferspray. Dieses Spray kann zwar bereits ab einem Alter von 14 Jahren erworben werden, fällt jedoch unter das Waffengesetz. Deshalb darf es nur eingeschränkt mitgeführt werden.

Vielerorts verboten

Auf öffentlichen Veranstaltungen, sei es auf Demonstrationen, im Kino, in der Disco, auf dem Wochenmarkt oder auch in der Schule, ist das Tragen eines Pfeffersprays verboten. Andernfalls liegen Verstöße gegen das Versammlungs- sowie das Waffengesetz vor. Wer das Pfefferspray anwendet, zieht den Verdacht auf gefährliche Körperverletzung auf sich.

Außerdem muss es das Prüfsiegel „PTB“ der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt aufweisen. Fehlt es, wird das Spray als „verbotene Waffe“ gewertet, sein Besitzer begeht eine Straftat. Bei solchen Sprays handelt es sich um illegale Fabrikate. Sie bilden aus polizeilicher Sicht die dritte Kategorie von Reizstoffsprühgeräten.

Die Polizei rät von Abwehrmitteln wie Pfefferspray ab. Zwar mag es seinem Besitzer ein gewisses Sicherheitsgefühl verschaffen. Tatsächlich bestehe jedoch die Gefahr, selbst Opfer des Sprays zu werden, erst recht, wenn man keine Übung im Umgang mit dem Spray hat.

„Bei Gegenwind kann man das Spray schnell selbst ins Gesicht bekommen“, gibt Polizeikommissar Jaesch zu bedenken. „Oder der Angreifer nimmt einem das Spray ab und wendet es gegen einen selbst an.“

Jaesch rät daher dazu, sich bereits vor dem Ausgehen einen Plan zurechtzulegen, wie man am Ende des Abends sicher nach Hause kommt. Begegnet man auf dem Heimweg negativ auffallenden Personen, solle man die Straßenseite wechseln oder gegebenenfalls kehrtmachen und die Polizei alarmieren.

Komme es dennoch zur direkten Konfrontation, könne es hilfreich sein, den Angreifer zu siezen. Dies schaffe eine gewisse Distanz und signalisiere Passanten oder Anwohnern den Ernst der Lage. pk

Freie Fahrt heißt es seit Montagmittag wieder für Autofahrer, die auf der Bundesstraße 238 von Steinbergen kommend in Richtung Süden unterwegs sind.

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