Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Stadt Militäraufmarsch in Steinbergen?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Militäraufmarsch in Steinbergen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:06 09.11.2018
Seltener Anblick in Deutschland: Aber an der Grafensteinerhöh sind die HMMWV-Trucks in den vergangenen Monaten regelmäßig gesichtet worden. Die Fahrzeuge sind vollständig entkernt – sogar Sitze fehlen. Quelle: momo
Rinteln

Wann sonst können sie einen leibhaftigen „Humvee“, die so manch einer selbst zu Hause auf der Konsole und dem Computer steuert, in der Realität bewundern?

Doch was steckt dahinter? Infiltriert ein amerikanischer Stoßtrupp die Weserstadt Rinteln? Unsere Zeitung hat beim Besitzer nachgefragt:

Thomas Schuster handelt bereits seit Jahren mit Fahrzeugen, die er aus den USA nach Deutschland importiert. „Normalerweise handelt es sich dabei eher um klassische amerikanische Marken“, erläutert Schuster. Seit etwa einem Jahr überführt er nun diese Militärfahrzeuge. „Die US-Armee hat insgesamt 3000 Fahrzeuge ausgemustert und auf den Markt gebracht.“ Zum Erwerb und vor allem für den Export ist eine besondere, von den amerikanischen Behörden vergebene Lizenz erforderlich. „Die habe ich erhalten“, erklärt Schuster weiter.

Die jetzt an der Grafensteinerhöh stehenden Fahrzeuge werden allerdings die Letzten sein: Das Kontingent wurde ausgeschöpft, alle Fahrzeuge sind verkauft.

„Die Fahrzeuge wurden selbstverständlich vollständig demilitarisiert“, weiß Schuster. „Teilweise fehlen sogar die Sitze.“ Andere wiederum hätten zwar noch immer die Lafettenhalterungen für die montierbaren Bordgeschütze, dafür fehlt zum Beispiel eine Tür. „Aber im Grunde sind sie eine reine Spielerei“, so Schuster. Technisch haben die Fahrzeuge längst ihren Zenit überschritten. „Diesen dort drüben darf ich nicht ausschalten, sonst springt er ewig nicht mehr an“, erklärt Schuster lachend. Für Interessenten mit dem nötigen Kleingeld ist das Fahrzeug eher ein spannendes Restaurationsprojekt. Für die entkernten Fahrzeuge legt ein Käufer immerhin Geld im Wert eines Mittelklassewagens auf den Tisch. „Es richtet sich also eher an Sammler oder Bastler.“

An der Grafensteinerhöh fährt die Militärkolonne vor, da Schuster Eigentümer des Geländes ist: „Zum Auf- und Abladen kommt der Transporter hier hoch.“ Nach der Überführung auf sein Privatgrundstück warten die „Humvees“ auf ihren Käufer – und begeistern bis dahin weiter die Kinder im Bus.

Von Maurice Mühlenmeier