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Rinteln Stadt Muss „Delicata“ schließen?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Muss „Delicata“ schließen?
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00:17 03.09.2016
In Sorge um sein Geschäft in der Kleinen Markthalle: Antares Binder mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Panorn Flachmann. Quelle: cok
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RINTELN

Wer immer davon hört, dass Inhaber Antares Binder plant, sein Geschäft am Jahresende zu schließen, will es nicht glauben. „Ich suche ja auch einen Nachfolger“, so Binder. „Aber ich selbst kann den Laden so nicht weiterführen.“

Schon einmal, vor vier Jahren, fürchteten die sechs Mitarbeiterinnen und Kunden, es könne ein Ende haben mit dem Geschäft. Die früheren Inhaber, Karin und Herman Ortgiese, gingen in den Ruhestand, nachdem sie fast drei Jahrzehnte, seit der Eröffnung der „Markthalle“, ihr „Fruchthaus“ erfolgreich geführt hatten. Da ihr Konzept rund um das Angebot heimischer und exotischer Früchte sowie der unzähligen Gemüsesorten aber weiterhin vielversprechend war, vor allem in der Kombination mit der Saftbar und der Salattheke, war mit Antares Binder ein Nachfolger relativ schnell gefunden. Alles schien gut zu sein.

Sein Problem: Die Arbeit, die sich die Ortgieses teilten, nämlich einerseits am frühen Morgen auf dem Großmarkt einzukaufen und andererseits ein Auge auf das tägliche Geschäft im Laden zu haben, die Kunden zu beraten und sich mit den Mitarbeiterinnen über die Küchenrezepte zu besprechen, trägt Binder allein. „Das ist zu viel für mich“, sagt er. „In den letzten dreieinhalb Jahren habe ich ungefähr zwei Monate pro Jahr nur im Auto gesessen, und das ja immer schon am ganz frühen Morgen.“ Theoretisch könnte man sich mit der Ware beliefern lassen, statt sie vor Ort selbst auszuwählen. „Doch mein Geschäft punktet ja gerade mit seiner hohen Qualität. Die Auswahl sollte man nicht dem Großhändler überlassen.“

Arbeitsteilung als Lösung

Seine Idee, wie man eine Schließung vermeiden könnte: Arbeitsteilung. Ein möglicher Nachfolger würde das eigentliche „Delicata“ übernehmen, während er sich als Lieferant anbieten könnte. Seine jetzt 20-jährige Erfahrung auf den Großmärkten von Hannover und Bielefeld, das Expertenwissen über die umsichtige Auswahl und die geeignete Lagerung der Ware sowie die vielfältigen Kontakte zu den Händlern in der Region stünden einem neuen Inhaber zur Verfügung. Zu den Großmärkten fährt er sowieso, im Rahmen seiner Arbeit für eine entsprechende Firma.

Ganz einfach sei es in keinem Fall, so ein Innenstadt-Obst-und-Gemüse-Geschäft sicher über die Runden zu bringen. „Man muss es immer wieder schaffen, gegen den Trend anzugehen, dass die Bürger ihre größeren Einkäufe in den umliegenden Supermärkten erledigen“, sagt er. „Saftbar und die Salattheke mit den hausgemachten Mahlzeiten sind sehr beliebt und ziehen Kunden jedes Alters an.“ Etwas schwieriger sehe es mit Obst und Gemüse aus. Da seien es überwiegend ältere Kunden, die das reichhaltige Angebot zu schätzen wissen und überhaupt noch regelmäßig kochen. „Manchmal fürchte ich, das Wissen über gesundes, abwechslungsreiches Essen geht der jüngeren Generation verloren.“

Natürlich hoffen auch die sechs Mitarbeiterinnen, dass sich eine geeignete Nachfolgelösung finden wird. Interessenten können sich direkt im Geschäft melden.cok

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