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Rinteln Stadt Neue Heimat – auch beruflich
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Neue Heimat – auch beruflich
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00:18 02.07.2018
43 Schüler aus den SPRINT- und der SPRINT-Dual-Klasse zeichneten die BBS Rinteln mit einem Sprachdiplom des Niveaus A2 respektive B1 aus. Quelle: nk
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Das vom niedersächsischen Kultusministerium ins Leben gerufene SPRINT-Modell (SPRINT = Sprach- und Integrationsprojekt) soll jugendlichen Flüchtlingen helfen, ihre Sprachbarrieren abzubauen und mit der Kultur und Berufswelt vertraut zu werden.

An der Rintelner Berufsschule wurden insgesamt 43 Schüler mit dem offiziellen DAZ-Sprachdiplom ausgezeichnet. Die Schüler aus den SPRINT-Klassen sind zum Großteil erst seit Kurzem in Deutschland. Sie wurden mittels Sprachförderung in den Bereichen Lesen, Schreiben und Sprechen für einen späteren Ausbildungsstart vorbereitet und setzten die Basis für die alltägliche Kommunikation.

Die Mehrzahl wechselt ab dem folgenden Schuljahr in die Klasse SPRINT-Dual, wo sie eine Berufseinstiegsqualifizierung innerhalb eines Betriebes beginnen werden. Die übrigen Schüler besuchen zukünftig andere Bildungsgänge an den BBS oder verlassen die Schule.

Die Hälfte hat einen Ausbildungsplatz

Rund die Hälfte aller Absolventen der diesjährigen SPRINT-Dual-Klasse darf sich indes über einen Ausbildungsplatz freuen. Nachdem sie während des letzten Jahres vier Tage pro Woche in einem Unternehmen und einen Tag in den BBS gelernt haben, werden sie nun von den Betrieben fest übernommen. Die beteiligten Firmen stammen dabei überwiegend aus der Handwerkerbranche, in der händeringend Nachwuchs gesucht wird.

Den guten Leistungen und den erreichten Zielen entsprechend war auch die Stimmung bei der Zeugnisvergabe am Mittwoch gut. Zur Eröffnung sangen die Schüler gemeinsam mit den Lehrkräften Bob Dylans Anti-Kriegs-Song „Blowin‘ in the Wind“ – und zwar in der deutschen Version.

Der stellvertretende Schulleiter, Günter Potthast, nahm in seiner anschließenden Rede den Faden des Liedes wieder auf. So könne man den Eindruck gewinnen, „dass dieser Song genau für diese Klasse, in der unheimlich viel Herzblut steckt, geschrieben sein könnte“, sagte Potthast. Das Erreichen eines deutschen Sprachdiploms bezeichnete er als einen „großen Schritt des Ankommens in Deutschland“.

Die Macher des Erfolgs

Durch zwei Praktika in den vergangenen Monaten und zudem vielen Gesprächen abseits des Unterrichts seien die Jugendlichen „sowohl in der Arbeitswelt als auch der Kultur angekommen“, so Potthast weiter. Darüber hinaus lobte der stellvertretende Schulleiter die externen Lehrkräfte, die die SPRINT-Klassen unterrichtet hatten.

Sie seien „die Macher des Erfolgs“. Als Dankeschön für die zurückliegende Schulzeit hatten schließlich noch die Absolventen eine Überraschung parat. Sie überreichten der Schule ein fast zwei Quadratmeter großes Wandrelief, bestehend aus 24 Tonplatten zum Thema „Alte Heimat – Neue Heimat“.

Das Kunstwerk haben die Schüler unter der Leitung der Keramikerin Monika Keck in einer AG gemeinsam angefertigt und dabei alle anfallenden Aufgaben vom Entwurf über die Formgebung bis zum Glasieren selbst übernommen. Das von Kommunikation und gegenseitiger Abstimmung geprägte Projekt sollte den zugewanderten Schülern bei ihrem Integrationsprozess helfen. nk

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