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Rinteln Stadt Nicht für alle eine runde Sache
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Nicht für alle eine runde Sache
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00:16 03.10.2013
Die Weserpromenade soll im Dezember fertig werden . Hartmut Bauer (v. l.), Gert Armin Neuhäuser und Heinrich Sasse von der WGS haben sich schon mal mit einem Sackgasse-Schild am Fuße der steilen Treppe am alten Hafen präsentiert. Quelle: dil/sow
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Rinteln

Eine Brücke über die Hafenmündung in den Fluss rundet den Weg dann ab. Nur für Behinderte mit Rollstuhl wird dieser Weg zur Sackgasse. Längst bekannt und vom Behindertenbeirat der Stadt „abgesegnet“. Dessen Vorsitzender Manfred Pollmann freute sich schon bei der Vorstellung der Planung über die Bereicherung des Spazierwegangebots in Rinteln – wenn auch mit Einschränkung für Behinderte.

 Uwe Quindt vom Tiefbauamt teilte gestern auf Anfrage mit, dass derzeit die nötigen Fundamente für die Brücke berechnet würden, dann müsse noch die Baugenehmigung eingeholt werden. Wenn das Wetter einen zügigen Baufortschritt erlaubt, sei Anfang Dezember mit der Fertigstellung zu rechnen. Eine behindertengerechte Brückenlösung hätte ein viel größeres und teureres Bauwerk mit langer Rampe erfordert.

 Aber die Wählergemeinschaft Schaumburg (WGS), die schon den Ausbau der Weserpromenade abgelehnt hatte, findet keine Freude an der konkreten Ausführung. Die Stadtratsfraktion stört sich an der langen, steilen Treppe, die zu der geplanten Brücke hinführen soll. „In den Plänen, die jetzt umgesetzt werden, führt lediglich diese Treppe zu der Brücke über den Alten Hafen – auf eine Rampe für Kinderwagen oder Rollatoren wurde verzichtet“, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei einem Ortstermin stattete die WGS den neuen Weg daher schon einmal mit einem großen Sackgassenschild für Behinderte, Rollatoren und Kinderwagen aus.

 „Wir sind verwundert, dass die Stadt Rinteln mehrere Hunderttausend Euro für einen Weg ausgibt, den Behinderte, Senioren mit Rollatoren und Familien mit Kinderwagen nur als Sackgasse benutzen können“, kritisiert der WGS-Fraktionsvorsitzende Gert Armin Neuhäuser.

 Heinrich Sasse (WGS) wies darüber hinaus darauf hin, dass die zunehmende Anzahl älterer Menschen von dem nun durchgeführten Konzept teilweise ausgegrenzt würde: „Eine Demografiebeauftragte einzustellen, aber gleichzeitig Hindernisparcours für Ältere und Behinderte als Stadtentwicklung zu verkaufen, ist widersprüchlich.“ Nach der Sitzungsniederschrift solle die Weserpromenade doch gerade einen Anziehungspunkt für Ältere darstellen, so Sasse. „Ziel verfehlt.“ Hartmut Bauer (WGS), der im Bauausschuss gegen das Konzept Weserpromenade stimmte, sieht seine Befürchtungen bestätigt: „Die steile Treppe zu Beginn des Weges ist ein Stück Schilda in Rinteln.“

 Gerhard Helmhold (Grüne) lehnt die Promenade als „Luxusprojekt“ ab. Veit Rauch (CDU) und Astrid Teigeler-Tegtmeier (SPD) bestätigen für ihre Ratsfraktionen, an dem Projekt trotz des kleinen Mangels festzuhalten. dil

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