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Rinteln Stadt Ohne Inhalt
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00:20 28.10.2018
Quelle: Archiv
Rinteln

Nicht nur die oft gefürchteten Terroranschläge, sondern auch Unwetter oder Massenschlägereien gelten in einem solchen Konzept als Risiko, für das Szenarien entworfen werden, damit sich Besucher sicher fühlen können.

Beauftragt mit der Erstellung des Konzepts wurde die Firma „Porta Event“ aus Porta Westfalica. 2000 Euro hat das 26-seitige Konzept fürs Altstadtfest gekostet. Doch: Von nun an will die Stadt ihre Konzepte lieber selber erstellen. Dies gilt bereits ab der Herbstmesse, die am 1. November beginnt.

Den Grund dafür schildert Hans-Georg Dlugosch, Leiter des Amtes für Bildung und Kultur, bei der Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur am Dienstagabend: „Porta Event“ und die sogenannten Leistungsträger, die eine solche Großveranstaltung sichern – also Polizei, Feuerwehr oder DRK – hätten bei zahlreichen Maßnahmen unterschiedliche Auffassungen. Auch wenn das Konzept von „Porta Event“ als „sehr gelungen“ bewertet werde, heißt es in der entsprechenden Verwaltungsvorlage, werde die Stadt künftig in Absprache mit Beteiligten eine eigene Planung erstellen.

In der Praxis umsetzbar?

Konkret wird in der Vorlage erwähnt, dass sich die Beteiligten in der „Verhältnismäßigkeit“ der vorgeschlagenen Maßnahmen uneins waren. Tatsächlich wirkt das Konzept extrem detailliert, um nicht zu sagen: praxisfern. So heißt es unter dem Punkt „Terrorabwehr“ unter anderem, dass in Zukunft auf Flyern über das Thema Sicherheit informiert werden solle. Über kommende Rintelner Veranstaltungen solle außerdem immer Landespolizei und Landeskriminalamt informiert werden. Beim Thema „vorbeugender Brandschutz“ heißt es, dass an Imbissständen künftig keine Gasflaschen mehr gelagert werden sollten. „Wie soll das gehen, wenn künftig noch Champignons in der Pfanne verkauft werden sollen?“, mokierte sich Gert Armin Neuhäuser (WGS) im Ausschuss. Er nannte das vorliegende Konzept „inhaltslos“ und „voller Allgemeinplätze“ – für 2000 Euro könne man mehr erwarten.

Künftig werden Verwaltungsangestellte aus dem Bereich Sicherheit in Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr und sonstigen Einsatzkräften Konzepte für Herbstmesse, Irish-Folk-Festival oder Altstadtfest erarbeiten. Diese hätten die nötige langjährige Erfahrung sowie die Ortskenntnis, erläutert Dlugosch. Wie hoch die Mehrkosten sind, die dadurch entstehen, kann der Amtsleiter noch nicht sagen: Die sollen bei den kommenden Veranstaltungen ermittelt werden. Doch bereits beim vorigen Altstadtfest habe die Umsetzung der im Konzept von „Porta Events“ geforderten Maßnahmen zu einer „deutlichen Kostensteigerung“ geführt. mld