Rinteln. Als Investor Muntau diese Idee bei der vorletzten Sitzung des VA vorstellte, kamen Bedenken wegen der vielen Versorgungsleitungen auf. Inzwischen steht fest, dass dort außer Strom- und Gasleitungen auch Abwasserkanäle verlaufen, die man zwar tiefer legen könnte, doch dann hätten sie kein natürliches Gefälle mehr. „Technisch ginge das, aber wir sehen nicht ein, dass eine Pumpstation gebaut werden muss, um das Abwasser von dort zur Kläranlage fließen zu lassen“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz gestern. „Und deren laufender Betrieb kostet ja auch. Das wäre zu teuer für den Steuerzahler. Der VA meint, Herr Muntau soll sich das alles noch einmal überlegen.“
Buchholz will Baudezernent Reinhold Koch beauftragen, mit Muntau noch einmal über die Möglichkeit der Ablösung von in der Stadt reichlich vorhandenen Parkplätzen nachzudenken. Dann könnte er sich auf die kleine Tiefgarage mit Zufahrt von der Bäckerstraße aus beschränken, die nur Plätze für Mieter und Personal beinhaltet. Ohnehin fragt man sich im Rathaus, wie Muntau die Mehrkosten für eine große Tiefgarage auffangen will, wo doch wegen der Abspeckung des Klosterkarrees auf die kleine Lösung auch die Fördermittel reduziert worden seien. Der Erste Stadtrat Jörg Schröder erklärt es sich so: „So ein Objekt ohne ausreichend eigene Stellplätze ist keine gute Lösung.“ Er meint dies bezogen auf die Vermietbarkeit des Karrees.
Muntau hatte schon Anfang des Jahres gesagt, dass die große Tiefgarage ihm die nachzuweisenden 100 Parkplätze bringen würde, die angesichts nur geringer Erweiterungsmöglichkeiten am Parkhaus hinter der Volksbank fehlen würden. Für seine Ladenmieter wäre das interessant, weil Parker ihren Parkschein beim Einkauf einlösen könnten. Das bringe Kundenfrequenz. Er sei dank zweier Interessenten für die großen Ladenflächen und der geplanten Vermietung eines Ladens an „Twisty“ auch schon an der 70-Prozent-Grenze, ab der er in das Projekt investiere.
Die Stadt verliert aber langsam die Geduld. Buchholz deutet für den Fall keines baldigen Baubeginns an, die zugesagten Fördermittel wieder an das Land Niedersachsen zurückzugeben. Dann könnte eine andere Stadt sie nutzen, die schneller mit einem realistischen Bauprojekt startet.
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