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Rinteln

Raubüberfall auf Tankstelle – Täter gefasst


„Das war eine spontane Idee, ich brauchte Geld“, so hat ein 20-Jähriger Extertaler seinen Tankstellenüberfall begründet. Mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Pistole bedrohte er den Kassierer, geriet aber an den Falschen.
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Diese Tankstelle an der Konrad-Adenauer-Straße ist von einem 20-jährigen Extertaler kurz nach Mitternacht überfallen worden.

© tol

Rinteln (dil). Der 32-Jährige rang den Räuber nieder, entwendete ihm die Waffe und verjagte ihn aus dem Verkaufsraum. Wenig später fasste die alarmierte Polizei den Verdächtigen kaum 500 Meter entfernt am Ortseingang von Engern.

 Der 20-Jährige hatte gestern um 0.10 Uhr versucht, die Esso-Tankstelle an der Konrad-Adenauer-Straße zu überfallen. Maskiert und bewaffnet betrat er den Verkaufsraum, hielt die täuschend echt aussehende Pistole an den Kopf des Angestellten und forderte Geld. Doch das ging schief. Der Räuber ließ seine Softair-Pistole und Teile seiner Maskierung zurück. Er flüchtete ohne Beute zu Fuß in Richtung Engern.

 Die sofort alarmierte Polizei fahndete mit mehreren Streifenwagen. Eine Streife fuhr über die Bundesstraße 238 heran und schnitt so dem Flüchtenden den Weg ab. Minuten später gelang es den Ordnungshütern, den Räuber zu stellen und vorläufig festzunehmen.

 Nach anfänglichem Leugnen räumte der 20-Jährige noch bei der Fahrt zur Wache den versuchten Raubüberfall ein. Der Tatentschluss sei spontan gewesen, da er Geld benötige. Der Extertaler stand mit 0,95 Promille unter Alkoholeinfluss. Der Heranwachsende ist wegen kleinerer Delikte bereits auffällig geworden.

 „Im weiteren Verlauf der Vernehmungen erklärte der Verdächtige, dass er zwei Mittäter gehabt habe“, teilte gestern Rintelns Kripo-Chef Jörg Stuchlik mit. „Die Ermittlungen laufen noch, ob dies stimmt.“

 Das auf den ersten Blick sehr mutige Verhalten des Kassierers freut Kommissariatsleiter Wilfried Korte gar nicht. Der große, selbstbewusst auftretende Mann habe hier zu viel riskiert. Selbst Polizeibeamte fanden die Waffe täuschend echt. Korte: „Wir brauchen da keine Nachahmer, die dann für ihren Heldenmut schwere Schussverletzungen davontragen.“

 Laut Korte war der Kassierer vielleicht noch genervt von einem Überfall im Januar, als er von einem jugendlichen Drogenabhängigen, der etwas gestohlen hatte, angegriffen wurde. Dieser Täter sei später gefasst und inzwischen einer Jugendhilfeeinrichtung übergeben worden.

 Die Staatsanwaltschaft Bückeburg hat gestern für den 20-jährigen Räuber Haftbefehl beantragt, der vom Haftrichter in Rinteln aber abgelehnt wurde. Der 20-Jährige ist also auf freiem Fuß.

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