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Rinteln Stadt Rote Streifen für die Säge
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00:20 14.01.2016
Revierförster Holger Puls (links) und Michael Behrndt vom Forstamt Oldendorf zeigen die roten Markierungen an Bäumen, die gefällt werden. Quelle: dil
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Rinteln/Todenmann (dil)

Spaziergänger werden durch rotes Flatterband vor den Arbeiten gewarnt. „Missachtung ist gefährlich, da können auch Äste herabfallen, wenn man keine Motorsägen hört“, appelliert Behrndt, die vorübergehenden Verbote zu beachten.

 In dem Waldgebiet hat Puls schon mit roter Farbe markiert, wo die Säge ran soll. Kommt zu dem schrägen Streifen noch eine Zahl, dann ist der Baum zusätzlich kartiert und muss dringend weg. Der Blick nach oben zeigt warum: Mal fehlt Rinde, mal sind Faulstellen oder trockene Äste zu sehen. Nur wenn es ein rotes H ist, bleibt der Baum stehen. H steht für Habitat, also ein als Nist- und Brutplatz für Vögel und Fledermäuse bedeutsamer Baum. Der darf dann auch ruhig alt und krank aussehen, nur nicht die Verkehrssicherheit gefährden.

 Das Alter vor allem der Buchen liegt über 100 Jahre. Hiebreif nennt Puls diese Stämme, also wirtschaftlich gut verwertbar. „Der Verkauf erfolgt an Direktkunden, nicht über eine Aktion“, erklärt Behrndt. „Und Brennholz fällt hier kaum an. Selbst einen Teil der Kronen lassen wir im Wald liegen, weil das gut für die Verbreitung von Insekten und Pilzen ist.“

 Manche Bäume tragen weiße Markierungen. „Das steht für die Rückegassen“, erläutert Puls. „Wir sägen per Hand, lassen von einem Lohnunternehmer aus Hessisch Oldendorf dann aber die Stämme mit einem Schlepper und Seilen an die Wegränder und auf die Parkplätze ziehen.“ Der Parkplatz Unter der Frankenburg, der am Westende Ecke Bleekebrink/Tüxen-Weg und der an der Kurve Waldkaterallee zum Hotel „Der Waldkater“ hin werden zu solchen Lagerflächen, ebenso der Platz an der Vorberghütte. „Aber nur so kurz wie nötig“, deutet Behrndt das Bemühen an, den Wald schon bald wieder zugänglich zu machen. Abends und an Wochenenden, wenn nicht gearbeitet wird, sollen manche Strecken ohnehin schon wieder freigegeben sein.

 Wirtschaftliche Gründe sind das Eine, die gewollte Verjüngung des Waldes das Andere. „Die Buchen kommen durch natürliche Aussamung schon kräftig nach, brauchen aber nun Licht und Sonne, die ihnen die alten Bäume noch wegnehmen“, erklärt Behrndt. „Auf der anderen Seite wachsen die Buchen so schnell nach, dass sie den langsamer kommenden, aber wertvolleren Eichen Licht und Sonne nehmen. Deshalb fällen wir auch einige jüngere Buchen um nachwachsende Eichen herum.“ Ohnehin werde der Wald nicht gleichmäßig ausgelichtet. „Wir lassen durch intensivere Baumentnahme hellere Flächen entstehen, durch behutsameres Auslichten aber auch weniger helle. Femeln nennt man das“, sagt Behrndt.

 Bis zum 31. März müssen die Arbeiten gemäß Naturschutzgesetzgebung abgeschlossen sein. Aber so lange soll es nicht dauern, bis die rund 17 Hektar betroffene Waldfläche die jetzt geplante Ernte hinter sich haben. Die Zufahrt zum „Waldkater“ und der Aufweg zum Klippenturm bleiben fast ständig frei. Nur der befahrbare Waldrandweg zwischen Todenmann und „Waldkater“ (nur für Anlieger) wird eine Woche nicht befahrbar sein. „Vermutlich schon nächste Woche“, kündigt Puls an. „Wir arbeiten uns von unten den Berg hinauf.“

 Schon jetzt sieht man in Teilen dieses Waldgebietes alte Baumkronen und manche Stämme am Boden vermodern. Manchmal steht auch ein Schild in der Nähe und erklärt, dieses Waldgebiet sei aus der wirtschaftlichen Nutzung heraus und werde sich selbst überlassen. Behrndt: „Es ist das Ziel, zehn Prozent der Waldflächen in Niedersachsen aus der Nutzung herauszunehmen. Dort lassen wir Altholz liegen für Pilze und Insekten.“ Aber nicht für Schädlinge. „Der gefährlichen Brandkrustenpilze wollen wir aber natürlich nicht.“

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