„Ein Richtfest markiert üblicherweise die Halbzeit bei Bauprojekten“, wandte sich Bauherr Walter Greve, Geschäftsführer der Hamelner Kontur Bau Vision GmbH, an die Anwesenden – und diese Richtschnur soll auch beim Seetor-Projekt gelten: Im Dezember vergangenen Jahres hatten die Bauarbeiten begonnen, Ende dieses Jahres soll das Gebäude fertig sein. „Und nach der Möblierung können die Bewohner im Frühjahr 2010 einziehen.“
Greve bedankte sich in einer kurzen Ansprache vor allem bei Joachim Schorling von der Volksbank in Schaumburg, der den ersten Anstoß zu diesem Projekt gegeben und alle Beteiligten zusammengeführt hatte. Seinen besonderen Dank richtete Greve zudem an die Firma Schoppe, die dem Projekt nach der Insolvenz des zuvor mit den Rohbauarbeiten beauftragten Hamelner Bauunternehmens K+K Bau GmbH aus der Patsche geholfen hatte, „ohne einen einzigen Tag Verzögerung“.
Für die künftige Betreibergesellschaft des Hauses freute sich Geschäftsführer David Seidler auf eine „wunderbare Einrichtung“, die ab März 81 Plätze bieten soll. Er bedankte sich bei Stadtverwaltung, Politik und Bürgern für die „gute Aufnahme“ in der Stadt: „Wir sind ganz begeistert von dem Fokus, in dem wir stehen.“
Positiv seien die Reaktionen insbesondere von interessierten Senioren sowie von potenziellen Mitarbeitern gewesen – drei von 45 künftigen Mitarbeitern konnte Seidler gestern Nachmittag den zahlreichen Gästen bereits vorstellen: Carmen Pletat wird die Hausleitung übernehmen, Stefanie Fricke wird in der Wohnbereichsleitung tätig sein und Astrid Eckermann im kaufmännischen Bereich.
„Dies ist ein sehr guter Tag für die Stadt Rinteln“, freute sich Erster Stadtrat Jörg Schröder über den Baufortschritt des Seetor-Projekts. Die 45 neu geschaffenen Arbeitsplätze könne man in Zeiten der Wirtschaftskrise „gar nicht hoch genug bewerten“.
Schröder erinnerte auch an die Schwierigkeiten auf dem Weg zum Neubau: Jahrelang habe die Rohbraken-Ruine am südlichen Eingang zur Fußgängerzone eher einen Schandfleck dargestellt – „heilfroh“ sei er daher gewesen, als sich nach Jahren des Stillstands eine Lösung abzeichnete, bekannte der Erste Stadtrat. Kurzzeitig heiß diskutiert wurden die Pläne im bereits fortgeschrittenen Stadium, als Denkmalschützer um des Schutzes der historischen Wallanlagen willen sogar das Ministerium einschalteten – „jetzt gilt aber: Ende gut, alles gut“, atmete Schröder auf.
Mit der Entscheidung zur Errichtung eines Seniorenheims an dieser Stelle reagiere die Stadt Rinteln auf veränderte Familienstrukturen, sagte Schröder – und setze mit dem innenstadtnahen Standort auch ein Signal: „Senioren gehören nicht nach draußen, Senioren gehören ins Zentrum einer Stadt.“ crs
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