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Rinteln / Mahnwache

Stiller Protest gegen Kernkraft wächst


Der stille Protest gegen die Atomenergie in Deutschland wächst in Rinteln deutlich. „Viele junge Leute haben mich angesprochen, warum sie von der Mahnwache am Montag erst am Dienstag in der Zeitung erfahren hatten“, sagt Christoph Ochs, Vorsitzender der Rintelner Grünen. Aber schon am kommenden Montag geht es weiter. Die Frauen und Mütter gegen Atomenergie rufen dazu weiter von 18 bis 18.30 Uhr auf, teilte Sprecherin Gisela Gührs mit.

Provozierendes Bild von Susanne Gührs zur Sicherheit der Atomkraft, gezeigt am Montag bei der Mahnwache auf dem Rintelner Marktplatz.

© tol

Rinteln (dil/vv). Die Grünen unterstützen diese Mahnwachen. Die Stadtkirche St. Nikolai wird anschließend montags zum Gebet und Anzünden von Kerzen geöffnet sein, teilte Falk Nisch, Öffentlichkeitsbeauftragter des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg, gestern mit. Und mittwochs werden die Passionsandachten im Kirchenkreis dem Thema Japan und Kernkraftnutzung gewidmet sein. Die Kirche in Fuhlen und Kapelle in Heßlingen sind täglich von 9 bis 18 Uhr für Gebete geöffnet.

„Wir erleben große Resonanz zu dem Thema“, erklärte Ochs. „Viele wollen Protestfahnen gegen Atomenergie haben, Flyer und Buttons sind gefragt. Ich versuche, bis nächsten Montag Nachschub zu besorgen. Im Moment haben wir nur noch eine Handvoll Aufkleber ,Atomkraft – nein danke‘.“ Am Graebeweg und an der West-Contrescarpe hat Ochs auch schon Protestfahnen an Fenstern aushängen gesehen. Er freut sich ebenso wie die Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold, dass sich wieder viele Menschen für ein so wichtiges Thema interessieren sowie ihren Protest und ihre bestürzung darüber zum Ausdruck bringen.

Gührs zu den nächsten Montags-Demos: „Selbst gemalte Plakate oder auch kreative Einzelaktionen sind willkommen.“ Marion Lenz, Kreisvorsitzende der Grünen, bittet ebenfalls: „Auf auffällige Parteilogos verzichten, stattdessen Kerzen, Plakate und weiße Bänder als Zeichen der Trauer tragen beziehungsweise aufstellen.“

Beim Apothekerverband spricht man auf Bundesebene bereits von Jodpanik, doch die Rintelner und die hiesigen Apotheker bleiben gelassen: Klaus Bellwinkel von der B33-Apotheke hat bisher keine verstärkte Nachfrage nach Jodtabletten bemerkt. Inge Vogt von der Engel-Apotheke pflichtet ihm bei: „Es ist kein Anstieg zu verzeichnen. Für diesen Zweck sind die Tabletten aber auch therapeutisch unbrauchbar, weil sie nicht ausreichend hoch dosiert sind.“ Susanne Steinbeck von der Post-Apotheke sagte: „Es gab zwar zwei einzelne Nachfragen, aber wir werden keinesfalls gestürmt.“

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