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Rinteln Stadt Studenten aus Detmold wollen barrierefreie Stadt planen
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Studenten aus Detmold wollen barrierefreie Stadt planen
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00:25 16.10.2015
Alles in Fotos dokumentieren: Studenten bei der Arbeit im Alten Hafen. Quelle: dil
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Rinteln (dil)

 Die jungen Leute studieren Stadtplanung oder Architektur, jeweils im vorletzten Semester. In Begleitung ihrer Professoren Martin Hoelscher und Reiner Staubach starteten sie auf dem Marktplatz mit Baudezernentin Elena Kuhls und Dieter Schwellnus vom Behindertenbeirat zu einer ersten Bestandsaufnahme. Kuhls reichte eine Daten-CD und Stadtpläne als Grundlage. Die Studenten zückten Schreibblöcke, Digitalkameras und Mobiltelefone für Notizen und dokumentierende Bilder.

 Worum geht’s? Der Behindertenbeirat der Stadt hatte im Frühjahr eine Anfrage zur Überprüfung der Stadt Rinteln unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, kurz „Barrierefreies Rinteln“, gestellt. Da die Überprüfung die Kapazitäten der Verwaltung übersteigt, hat Bürgermeister Thomas Priemer die Demografiebeauftragte Linda Mundhenke beauftragt, eine geeignete Kooperation zu einer Hochschule herzustellen, die diese Fragen bearbeiten könnte.

 Unter dem übergeordneten Aspekt der Stadtentwicklung werden sich die Studierenden aus den Bachelor-Studiengängen Stadtplanung und Architektur der Hochschule Ostwestfalen-Lippe im Wintersemester 2015/2016 intensiv mit den räumlichen, funktionalen und sozialen Strukturen in Rinteln beschäftigen.

 „Die Stadt sieht sich heute mit den typischen Herausforderungen kleiner und peripher gelegener Städte konfrontiert. Das sind die sinkende Einwohnerzahl und die steigende Zahl hochaltriger Bürger sowie die Unterschiede zwischen den Ortsteilen und deren Wohn-Entwicklungspotenzial. Außerdem geht es bei der Stadtentwicklung immer wieder um ungenutzte Flächenpotenziale und die Einbindung dieser“, erklärte Kuhls zur Ausgangslage.

 Die aus diesen Herausforderungen abzuleitenden räumlichen und sozialen Veränderungen rücken die Bedeutung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts in den Vordergrund anstelle von sektoralen Lösungen. Dieses Konzept („Rinteln 2030“) soll laut Kuhls im Rahmen des Moduls „Integriertes Projekt Stadtentwicklung“ im Wintersemester erarbeitet werden. Es werden auch einzelne bauliche Veränderungen im umfassenden Sinne einer barrierefreien Stadtentwicklung erarbeitet. Die Aufgabenstellung wurde gemeinsam mit dem Behindertenbeirat abgestimmt. Am 10. November und 5. Januar werden in Detmold erste zwischenergebnisse präsentiert, im März wollen die Studenten ihre Entwürfe liefern.

 Gern mal in der Praxis arbeiten, aber auch gute Noten für den Studienabschluss sammeln, das sei die Motivation der Studenten, erklärte Hoelscher und kündigte an: „Wir bilden sechs Gruppen, je zwei Stadtplaner und ein angehender Architekt. Diese erarbeiten jeweils ein Verbesserungskonzept.“

 Rinteln beseitigt zwar Barrieren, aber ist noch nicht am Ziel. An der Bäckerstraße präsentierte Kuhls Aufpflasterungen, die Autos bremsen sollen, aber Anwohner dadurch mit mehr mit Lärm plagen. Neben der Grundschule Süd führt nur eine steile Treppe zum Dingelstedtwall, Rollstuhlfahrer müssen 100 Meter Umweg bis zur Ostertorstraße und zurück in Kauf nehmen. Die Brücke über den Alten Hafen endet an einer Treppe, nichts für Behinderte. Einige bekannte Mängel stachen sofort ins Auge. Beim Eingang zum Blumenwall wird aber auch positiver Fortschritt sichtbar: Zum Denkmal führen eine Treppe und – seit 2014 – eine bequeme Rollstuhlrampe. Von der neuen Weserpromenade hinter dem Brückentor kommt man dagegen auch nur über Treppen auf die Brücke.

 Die Studenten setzten ihren Rundgang in der Nordstadt fort, trotz Kälte fanden sie Rinteln schön. Nun wollen sie die Stadt noch attraktiver machen.

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