Rinteln (dil, wm). „Dann könnten Keller volllaufen. Im vergangenen Winter mussten Feuerwehrleute an fünf Stellen im Stadtgebiet ran, um Keller auszupumpen oder trockenzulegen.“
Ähnlich sieht es Reinhold Kölling von den Stadtwerken Rinteln. „Wir hatten schon einige Fälle, wo sogar in bewohnten Häusern Leitungen zugefroren waren und Wasseruhren kaputt gingen. Damit haben wir im Moment täglich zu tun, aber es hält sich noch in Grenzen.“ Bei leer stehenden Gebäuden hätten die Besitzer zum Teil gebeten, den Hauptabsteller an der Straße vor dem Grundstück zu schließen und die Wasseruhr auszubauen. Sie haben Angst, dass alles kaputtfriert. Die Wasseruhr lagern sie in der Wohnung oder bei den Stadtwerken.
Kölling sorgt sich auch um leer stehende Häuser und offene Kellerfenster. „Wenn der kalte Luftzug direkt auf den Zähler trifft, dann friert er schnell kaputt. Bei einem bewohnten Haus kostet der Zähleraustausch rund 150 Euro. Sind aber auch Rohre kaputt, wird es viel mehr, inklusive Feuerwehreinsatz. Und die Versicherung kommt für so etwas oft nicht auf.“
Eine böse Überraschung erlebte eine Leserin, die sich durch den Einbau einer Brennwertheizung für diesen Winter besonders gut gewappnet glaubte. In der Küche fror die Wasserleitung ein. Grund: Der Schornstein, der die Leitung früher mit seiner Abwärme eisfrei gehalten hatte, ist jetzt bei Weitem nicht mehr so warm. Das Energiesparen wird also erst mal teuer, denn nun ist eine Heizspirale für das Wasserrohr nötig.
Ein Lastzug, beladen mit 14246 Extaler-Mineralwasserflaschen rollt nachts bei minus 15 Grad in Exten vom Hof des Getränkeherstellers Wesergold. Kommen die Glasflaschen überhaupt heil bei den Kunden an? Ohne unterwegs zu platzen? „Aber sicher“, sagt Logistikleiter Stefan Kordes. „Wir haben für diese Temperaturen einen regelrechten Krisenplan und jahrelange Erfahrung.“ Das beginnt mit der Wartung der Lastzüge, die, bevor sie starten mit ihrer Ladung in Hallen geparkt werden, die teilweise sogar beheizt sind. Mineralwasser wird derzeit auch nur im Umkreis von etwa 400 Kilometern ausgeliefert, das sind vier Stunden auf der Autobahn. „Da passiert nichts.“ Schon die Kohlensäure sorgt dafür, dass Mineralwasser tiefere Temperaturen aushält als normales Leitungswasser. Der Gefrierpunkt sinkt umso stärker, je mehr Mineralien und Kohlensäure im Wasser enthalten sind. Auch Säfte kommen beim Kunden nicht als Eisblöcke an.
Was ist mit Obst und Gemüse? Frieren Tomaten oder Bananen beim Transport nicht ein und werden beim Auftauen matschig? Nein, erläutert der Unternehmenssprecher beim Aldi-Zentrallager im Industriegebiet Süd: „Unsere Lastzüge sind alle klimatisiert und durch eine dicke Außenhaut gut isoliert.“ Nicht wegen der derzeitigen Kälte, sondern weil im Sommer die Ware gekühlt werden muss. Vom Zentrallager aus werden Märkte im Umkreis von 50 Kilometern bedient. In Rinteln stehen 35 Lkw bereit.
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