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Rinteln Stadt Teure Angelegenheit
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00:23 01.04.2018
Ein Saal für Rinteln: Wolfgang Westphal dirigiert beim Neujahrskonzert. Die Zukunft des Veranstaltungsraumes ist ungewiss. Quelle: tol
RINTELN

Es steht zu vermuten, dass der Investor ohne die Fläche des heutigen Brückentorsaals, in dem er zusätzliche Gewerbeflächen schaffen möchte, das Projekt als Ganzes fallen lässt. Bisher hieß es jedenfalls immer: ganz oder gar nicht.

Behielte die Stadt also ihren Saal, bliebe der Komplex weiter im Besitz der bisherigen Eigentümer, die gegenüber unserer Zeitung nicht müde wurden zu betonen, man gedenke nicht einen weiteren Euro in das Gebäude zu investieren. Nur das Nötigste, damit der Ankermieter Woolworth zufrieden ist, das war es aber auch.

Die Stadt dagegen müsste nach einem Gutachten etwa 800.000 Euro in die Sanierung des Brückentorsaals investieren. Auch im Restaurant, das die Stadt derzeit verpachtet hat, stehen umfangreiche Brandschutzmaßnahmen an. In den nächsten Jahren könnten so Investitionen von bis zu einer Million Euro notwendig werden. Entsprechende Gutachten, die einen genauen Betrag ermitteln sollen, wurden von der Stadt bereits in Auftrag gegeben.

Doch was passiert, wenn die Stadt ihren Saal behält, bis zu einer Million Euro investiert, und der Investor Dittel aufgrund der dann fehlenden Gewerbefläche abwinkt und anderswo investiert?

Die Stadt besäße einen runderneuerten Saal, der hoffentlich allen Ansprüchen genügt. Perspektivisch – so wird hinter den Kulissen diskutiert – würde man sich damit aber möglicherweise keinen Gefallen tun. Denn damit würde man es neuen Investoren deutlich schwerer machen, den Brückentorkomplex weiterzuentwickeln. Würde die Stadt ihre Investition nicht einfach abschreiben, müsste ein neues Kaufangebot um den investierten Betrag erhöht werden. Statt 750.000 Euro – was CDU und WGS bereits jetzt für zu wenig halten – könnte die Stadt den Saal dann also nur um 1,75 Millionen Euro verkaufen – für einen Investor, der den Saal höchstwahrscheinlich nicht weiter betreiben, sondern abreißen und Gewerbe ansiedeln möchte, ein ziemlicher Batzen Geld.

Nicht glücklich ist Bürgermeister Thomas Priemer über die derzeitige Diskussion über die Zukunft des Brückentorsaals. „So geht man mit einem Investor, der hier möglicherweise eine achtstellige Summe investieren möchte, nicht um.“ Er sei „ziemlich knurrig“, dass interne Vertragsdetails, über die im Verwaltungsausschuss diskutiert werde, an die Zeitung weitergegeben werden. Diese Details würden aus gutem Grunde nicht öffentlich ausgehandelt, so der Verwaltungschef. Er verweist außerdem darauf, dass man noch lange nicht am Ende der Verhandlungen angelangt sei. Man solle also erst das Endergebnis abwarten, bevor man sich für oder gegen einen Verkauf ausspreche.