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Rinteln Stadt Tom Sack: Kunstbetrug in 200 Fällen?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Tom Sack: Kunstbetrug in 200 Fällen?
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20:22 29.05.2009

Inzwischen liegt dem Beschuldigten auch schon die umfangreiche Anklage vor, in der es nach seiner eigenen Einlassung um die Vorwürfe des schweren gewerbsmäßigen Betrugs und der Urkundenfälschung geht – wobei der 27-jährige sich immerhin für 200 Einzeltaten verantworten soll.

Gegen Sack wird bereits seit dem Jahr 2004 ermittelt, wobei man ihm zunächst vorwarf, im großen Stil Werke berühmter Maler wie Max Liebermann, Ernst-Ludwig Kirchner oder Gustav Klimt gefälscht und von seinem früheren Wohnsitz Berlin aus vertrieben zu haben – vorzugsweise über das Internet.

Als unsere Zeitung im vergangenen Jahr über die Vorwürfe berichtete, meldeten sich sogar Geschädigte aus den USA, die darüber klagten, dass sie systematisch betrogen worden seien: „Der Sack ist nicht der pfiffige Lebenskünstler, als den er sich darstellt, sondern das ist schon echte Kriminalität“, wetterte einer der Betroffenen.

Die jetzige Anklage zielt allerdings auf einen ganz anderen Aspekt. Danach soll Sack mehrere Künstler samt Biografie „frei erfunden haben“ und dabei sogar Auktionsergebnisse und Verkäufe fingiert haben, um so den Marktwert dieser Exponate zu steigern – wobei diese Arbeiten durchweg von ihm selbst gefertigt worden seien. In fünf Fällen soll es sich um klassische Kunstfälschungen real existierender Künstler handeln, wobei diese Falsifikate ihm wohl nicht als „persönliche Produktion“ zugeordnet werden.

Der Gesamtschaden soll bei einer Million Euro liegen – und da von der Staatsanwaltschaft beantragt wird, die Hauptverhandlung vor einer Großen Strafkammer des Landgerichts zu eröffnen, vermutet Tom Sack, dass das erwartete Strafmaß bei einer mehrjährigen Freiheitsstrafe liegt, die dann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Derzeit läuft auch noch die Berufung der Staatsanwaltschaft über den Freispruch an einem „Nebenschauplatz“ bei einem Verfahren vor dem Amtsgericht in Rinteln unter Richter Christian Rost, bei dem es um Videoaufnahmen von einer Hausdurchsuchung geht, die Sack gegen den ausdrücklichen Willen der beteiligten Beamten ins Internet gestellt habe – inklusive eines ausgesprochen plakativen Porträts des Staatsanwalts.

Gegen das Verfahren bereitet Sacks Anwalt, Strafverteidiger Roman von Alvensleben aus Hameln, umfangreiche Beweisanträge vor: „Nachdem der ermittelnde und offenbar persönlich verärgerte Staatsanwalt in Rinteln vor Gericht keine Genugtuung fand, will er diese Sache vor die Große Strafkammer zerren – dabei hätte angesichts der Vorwürfe das Schöffengericht doch wohl auch gereicht. Schon daraus lässt sich eine gewisse Befangenheit vermuten!“ ur

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