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00:19 01.09.2017
Auf der einen Seite kann man die Brücke am Mehrgenerationenhaus ebenerdig erreichen – doch auf der anderen Seite kommt man nur über Stufen herunter. Quelle: mld
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Rinteln

 Das gesamte Areal habe sehr schönen „Park-Charakter“, man könne dort „wunderbar spazieren gehen“, sagt Daniel Korn. „Doch eben nicht diejenigen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind.“ Korn ist Geschäftsführer der Tagespflege beim Mehrgenerationenhaus Am Bären, sowie stellvertretender Pflegedienstleiter und Spezialist für Demenzpatienten.

 Das Mehrgenerationenhaus hat seit Sommer geöffnet und liegt direkt an der Brücke. Korn sagt: Einen Rollator könne man noch heruntertragen, und anschließend dem Senior herunterhelfen. Bei einem Rollstuhlfahrer sei das natürlich ausgeschlossen. „Das ist sehr schade“, so Korn. Der Weg zum Heinekamp sei gewissermaßen versperrt.

 Deshalb hat sich das Haus nun an den Behindertenbeirat gewandt und hofft, dass dem Wunsch dadurch Nachdruck verliehen wird. „Das Thema ist drängend“, sagt Korn.

 Neun Stufen, hat Manfred Pollmann gezählt, trennen den Brückenabgang von der Barrierefreiheit. Pollmann ist Vorsitzender des Behindertenbeirats. Bei der jüngsten Sitzung wurde das Thema aufgegriffen. Wie also können neun Stufen im Sinne der Barrierefreiheit überwunden werden?

Rampe zu lang

 DIN-Normen beschreiben die Anforderungen für das barrierefreie Bauen im öffentlichen Raum. Rampen, ist dort zu lesen, sind mit maximal sechs Prozent Gefälle zu bauen. Daraus, so heißt es auf der Internetseite nullbarriere.de, „ergeben sich sehr große Rampenlängen“. Ein Beispiel: Um eine Höhe von 36 Zentimetern zu überwinden, müsse eine Rampe sechs Meter lang sein. Ab dieser Länge müsse jedoch laut DIN-Norm ein Zwischenpodest „von mindestens 150 Zentimetern“ eingefügt werden. Um diese Längen zu umgehen, kann die Steigung einer Rampe im privaten Raum übrigens stärker sein – wenn es jemanden gibt, der Rollstühle schieben kann.

 Eine Rampe für neun Stufen müsste also wirklich lang werden. „Außerdem braucht eine Rampe ein Fundament“, erklärt Bauamtsleiter Andreas Wendt. Das wäre also eine größere Baumaßnahme.

 Hinzu kommt die Frage des Preises. Den müsse man „individuell prüfen“, so Wendt – doch „mehrere Tausend Euro“ würde eine solche Maßnahme sicherlich kosten. Pollmann hat eine konkretere Kostenschätzung: 15.000 Euro. Eine Rampe wäre also „eine teure Geschichte“, so Pollmann. Doch der Beirat hat sich auf seiner jüngsten Sitzung geschlossen dafür ausgesprochen, das Anliegen des Mehrgenerationenhauses zu unterstützen.

Installation gerechtfertigt

Früher, als sich Am Bären noch die Jugendherberge befand, sei das Thema nicht drängend gewesen – nun, da sich dort Senioren-WG und Tagespflegeeinrichtung befinden, habe sich das geändert. „Die Stadt entwickelt sich“, so Pollmann – dementsprechend müsse man sich Gedanken um Veränderungen machen. Des Weiteren seien die Wege an Exter und Heinekamp mit Rollator und Rollstuhl befahrbar. Die Installation einer Rampe sei also gerechtfertigt.

 Von einer Wertung des Rampen-Wunsches sieht Wendt ab: „Die Stadt prüft, wenn sie entsprechende Anträge erhält.“ mld

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