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Rinteln Stadt Verrückt nach Tomaten
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Verrückt nach Tomaten
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00:19 13.05.2015
Die Initiatoren der Tauschbörse, Dieter Kellermann (links) und Manfred Langemeier, waren mit der Resonanz zufrieden. Quelle: cok
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Rinteln

Einen Teil dieser duftenden Zöglinge brachte sie am Sonnabend mit zur Tomaten-Tauschbörse beim Rintelner Wochenmarkt, wo der Stand der Obst- und Gartenbauvereine von Stadthagen und Rinteln auf großes Interesse stieß.

Dabei muss man als Laie schon Phantasie mitbringen, um die Tomatenvielfalt wirklich würdigen zu können. So früh im Jahr sehen alle Pflanzen gleich aus, und probieren kann man auch nichts, denn Tomatenfrüchte halten sich nicht lange. Aber wenn man dann hört, dass das „Grüne Zebra“ nach Limone und Ananas schmeckt, dass „Graf Zeppelin“ schon früh großen, würzigen Ertrag bringt oder dass sich der „Himmelsstürmer“ im Freiland mit langen Trieben zur schönen Rankpflanze entwickelt, dann möchte man schon teilhaben am Überlebensprogramm für solche alten Sorten. So war am Mittag fast alles ausverkauft, das „Lämpchen“ und der „Rote Heinz“, die „Indianertomate“, die „Weiße Schönheit“ oder die „Dolce Vita“.

Dieter Kellermann und Manfred Langemeier, jeweils die Vorsitzenden der Gartenbauvereine Stadthagen und Rinteln, sind von derselben Tomaten-Leidenschaft erfüllt und erklärten gern den Sinn ihres Engagements. Nicht nur schmecke jede Tomatensorte anders, mal süßer, mal säuerlicher, mal besitze sie festes Fruchtfleisch, mal sei sie geradezu cremig – sie könnten diesen intensiven Geschmack auch nur entwickeln, weil sie nicht überzüchtet und mit Dünger gepuscht würden.

Zum Glück, so Kellermann, dürfen solche Sorten weiterhin im regionalen Rahmen angeboten werden, ohne allzu strenge Vorgaben erfüllen zu müssen. „Wir alle brauchen diese Vielfalt“, sagt er. „Dadurch bleibt für die Züchtung ein breiter Genpool erhalten und damit auch überlebenswichtige Resistenzen.“

Er besitzt Samen von über 100 Sorten. Die Sache dabei ist: Sie müssen spätestens nach fünf Jahren neu ausgesät werden. „Da heißt es dranbleiben“, betont er. Deshalb sorgen die Gartenbauvereine und auch der Nabu mit ihren Tauschbörsen und dem Verkauf der Pflanzen dafür, dass genug interessierter Nachwuchs ihr Anliegen fortführt. „Kein Problem bisher“, heißt es am Stand. „Auch junge Leute pflanzen die alten Sorten an.“cok

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