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Rinteln Stadt „Verwahrlosung in den Köpfen“
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt „Verwahrlosung in den Köpfen“
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00:16 20.04.2017
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RINTELN

„Unsere gute Stube ist sehr schmutzig, das fällt mir immer wieder auf“, so Ratsmitglied Karl Lange in der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Das sei besonders ungünstig, wenn Touristen in die Stadt kämen. Beipflichten konnte ihm Ratsmitglied Uta Fahrenkamp, die den Buchhandel „Buch und Wein“ am Kirchplatz führt. Besonders dort falle die Vermüllung auf – vor allem morgens. Das liege an den Schülern, die eine „Spur von Müll“ während der Pausenzeiten in der Stadt hinterließen.

 Ein bekanntes Problem sind auch die weggeworfenen Verpackungen an der Konrad-Adenauer-Straße – dort hinterlassen Tankstelle und Fast-Food-Restaurant ihre Spuren. Und auch eine Vermüllung des Alten Hafens befürchten Bürger, falls dort touristische Infrastruktur entstehen sollte.

 „Es gibt einige Bereiche, die immer voll Müll sind“, so Bürgermeister Thomas Priemer. Das liege zum großen Teil auch an dem Wegwerf-Verhalten der Bürger. Das Thema nutzte er für einen Appell an die Rintelner, dass sich jeder Einzelne für die Sauberkeit der Landschaft einsetzen solle und dafür sorgen solle, dass die Stadt sauber bleibe.

 Eine zunehmende Vermüllung könne auch Auswirkung auf Flora und Fauna in der Stadt haben – so gibt es laut Naturschutzbund (Nabu) eine stabile Eisvogel-Population an der Exter, und der Alte Hafen ist reguläres Jagdgebiet des Vogels. „Das sollte man bedenken, wenn geplant wird, den Alten Hafen intensiv zu nutzen“, so Nick Büscher vom Nabu Rinteln.

 Klaus-Ulrich Hartmann, Leiter des Baubetriebshofs der Stadt Rinteln, sieht beim Müllproblem in erster Linie das Verursacherprinzip. Er empfindet es als „Verwahrlosung in den Köpfen“, wenn Leute ihren Unrat einfach irgendwo fallen lassen und meinen, „das wird sowieso weggemacht“. Zudem solle man bedenken, dass die Müllkolonnen nicht jeden Tag überall sein können. Normalerweise seien werktäglich zwei Mann mit der Müllbeseitigung beschäftigt, doch auch Wochenenden mit größeren Veranstaltungen erforderten den Einsatz des Bauhofs. Von Marie Luise Denecke

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