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Rinteln Stadt Wälder mit neuem Gesicht
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08:05 06.11.2018
Forstamtsleiter Christian Weigel vor einem neu angepflanzten Roteichen-Bestand. Quelle: mv
Rinteln/Hessisch Oldendorf

Nun wurden die Flächen vom sogenannten Sturmholz befreit und die Wiederaufforstungsarbeiten beginnen. Insgesamt pflanzen private Unternehmen in den kommenden Wochen rund 70000 Pflanzen auf 20 Hektar neu an, wie aus einer Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesforsten hervorgeht.

Man setze dazu insbesondere Laubbäume in die Erde. Die Baumarten Bergahorn, Kirsche, Elsbeere und Douglasie sorgen dann dafür, dass aus den zerstörten Fichtenwäldern stabile Laubmischwälder entstehen. Da im Januar insbesondere Fichten entwurzelt worden waren, erhoffen sich die Verantwortlichen dadurch mehr Standfestigkeit.

Außer „Friederike“ seien laut Forstamtsleiter Christian Weigel auch die Borkenkäfer schuld an den schlimmen Zuständen im Forst. Tatsächlich stehen Dutzende abgestorbene Fichten im Wald. „Normalerweise wehren die Bäume die Borkenkäfer durch Harz ab. Wegen der Trockenheit in diesem Sommer konnten die Fichten aber kaum Harz bilden“, erklärt Weigel. Die Käfer würden sich stark vermehren und zahlreiche Fichten bedrohen. „Wir werden die abgeholzten Fichten auch kaum los. Der Markt ist überschwemmt mit Fichten“, beklagt sich der Forstamtsleiter. Der Käfer treibe überall sein Unwesen, weswegen Waldarbeiter viele Fichten fällen müssten. „Das ist einfach nicht schön und bedroht das ganze Ökosystem.“

Die Landesforsten richten sich im Bepflanzungsprozess nun nach den Wasser- sowie Nährstoffvorkommen in den Böden. Um die geeignete Stelle für bestimme Bäume zu finden, spiele die sogenannte Standortkartierung eine wichtige Rolle. „Die Kartierung erfasst die Wuchsbedingungen eines Waldstandortes hinsichtlich Klima, Wasser und Nährstoffversorgung“, teilt die Pressesprecherin der Niedersächsischen Landesforsten, Claudia Wolff, mit. Noch dazu würden auch Gefährdungen etwa durch fallende Bäume, die sogenannte Windwurfgefahr, berücksichtigt. „Der Boden und das darunterliegende geologische Ausgangsgestein bestimmen im Wesentlichen die Wasserspeicherfähigkeit“, erklärt Wolff. All diese und noch weitere Aspekte nehme man abschließend zusammen, um den geeigneten Standort für die unterschiedlichen Pflanzen zu bestimmen.

Neuzugang im Forstamt

Besonders die Zeit von Mitte März bis Ende April eigne sich gut für die Bepflanzung. Deswegen setzten die Unternehmen auch im Forstamt Oldendorf bereits im Frühjahr dieses Jahres Jungbäume. Der ausbleibende Regen sorgte allerdings dafür, dass viele Setzlinge vertrockneten. Weil aber auch der Herbst mit seinen Regenfällen ein gutes Zeitfenster darstelle, sei die Bepflanzung auch jetzt möglich.

Im Zuge der Wiederaufforstung können Waldbesucher bald auch einen Neuzugang im Forstamt Oldendorf entdecken: Die Roteiche wird im Revier Dobbelstein angepflanzt. Der Baum stammt ursprünglich aus den östlichen Wäldern Nordamerikas. Genau wie die heimischen Eichenarten sei die Roteiche eine wärmeliebende Baumart, weiß Forstamtsleiter Christian Weigel. „Angesichts der Klima-Erwärmung, die wir erwarten, ist das sicherlich eine gute Eigenschaft. Außerdem hat sich die Roteiche bei den immer häufiger auftretenden Stürmen als sehr stabil erwiesen“, erklärt Weigel. Die Besucher könnten sich in Zukunft über die schöne Herbstfärbung der Bäume freuen. Das sei übrigens der Hauptgrund, warum Roteichen oft in Parks angepflanzt werden.

Ziel sei es, unterschiedliche Baumarten im Forst zu haben. „Je abwechslungsreicher sich das Landschaftsbild gestaltet, desto besser ist es“, meint Weigel. Damit das Projekt gut anläuft, hofft der Forstamtsleiter in den nächsten Wochen auf viel Regen. Die Bäumchen sollen schnell wachsen, um den Wald bald wieder dichter werden zu lassen.

Von Malick Volkmann