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Rinteln Stadt Warum Unternehmen auf Social Media setzen
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Warum Unternehmen auf Social Media setzen
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22:26 09.08.2018
Auch lokale Unternehmen entdecken die Fotoplattform Instagram immer mehr für sich. Quelle: men
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Rinteln

So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Die Bedeutung der sozialen Netzwerke nimmt für Unternehmen stetig zu; sie haben sich zu den wichtigsten Werkzeugen der Kommunikation und Werbung im Internet entwickelt. Das virtuelle Bild des Unternehmens, das sogenannte Image, ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie Kunden das Unternehmen wahrnehmen – und das können Firmen leicht über soziale Netzwerke steuern. Immer mehr Firmen versuchen daher, mit der eigenen medialen Präsenz ihren Umsatz zu stärken. Je größer ein Unternehmen, desto professioneller setzt es die sozialen Netzwerke zu Werbezwecken ein.

400 Abonnenten auf Instagram

Doch auch in Kleinstädten kann man den Trend entdecken, beispielsweise beim Hotel „Stadt Kassel“. Auf Instagram hat das Rintelner Unternehmen mittlerweile mehr als 90 Fotobeiträge, in denen es das Ambiente, Weine und Speisen präsentiert. Momentan verfügt das Unternehmen über eine Reichweite von fast 400 Abonnenten auf Instagram und knapp 600 Nutzern auf Facebook. Doch warum werden die sozialen Netzwerke für Unternehmen immer beliebter?

Moritz-Christian Blaß, der sich um das Social-Media-Marketing des Hotels „Stadt Kassel“ kümmert, möchte mithilfe von sozialen Netzwerken die Zielgruppe des Unternehmens von 60 bis 80 Jahre auf 30 bis 65 Jahre verjüngen. „Da wir in letzter Zeit einiges modernisiert haben, richtet sich das Restaurantangebot an Berufstätige der gehobenen Mittelschicht“, erklärt der Hotel- und Restaurantfachmann.

Anders als bei herkömmlicher Werbung kann im Internet die Zielgruppe des Unternehmens sehr genau bestimmt werden. Durch die detaillierten Informationen, die die Mitglieder in den sozialen Netzwerken angeben, kann das Unternehmen erkennen, welche Art von Benutzer besonders positiv auf die Werbung reagiert. Die preisgegebenen Informationen setzen sich dabei sowohl aus eher oberflächlichen als auch aus ganz persönlichen Details zusammen. Aussehen, Alter oder auch der Beziehungsstatus sind wichtige Informationen für die Firma zur Bestimmung der werbungsrelevanten Zielgruppe – also der Gruppe, die man mit Werbung am ehesten erreichen möchte.

Schnell Aufmerksamkeit bekommen

Große Vorteile der sozialen Netzwerke für Unternehmen sieht Blaß außerdem darin, dass Veränderungen innerhalb des Unternehmens sofort öffentlich gemacht werden können. „Wir setzen in Zukunft auf eine besonders starke Weinkarte, deshalb gibt es auf der Plattform Instagram vermehrt Fotos von Weinflaschen zu sehen“, erzählt Blaß. Man bekomme leicht Aufmerksamkeit, und die Werbung sei kostenfrei. Außerdem könne man Konkurrenten über die sozialen Netzwerke beobachten und sich von besonders positiv bewerteten Beiträgen inspirieren lassen.

Im Gegensatz zu früherer Werbung im Internet, die oft in Bannerform auftrat, die dem Nutzer direkt ins Auge springt, wird heutzutage eher darauf geachtet, dass die Werbung subtil ist. Das ist der Trick: Sie soll von den Kunden nicht als solche wahrgenommen werden. Der Benutzer soll auf Facebook oder Instagram nicht gestört werden, sondern unterbewusst auf die Werbung reagieren – ein Trend, der auch kritisch gesehen wird.

Das Touristikzentrum Westliches Weserbergland hingegen nutzt die sozialen Netzwerke nicht zu Werbezwecken. „Wir nutzen vor allem Facebook und die ‚Social Media Wall‘, eine Seite auf unserer eigenen Homepage, auf der aktuelle Fotos von Veranstaltungen der Region angezeigt werden“, erklärt Geschäftsführer Matthias Gräbner.

Instagram-Nutzer sind jünger

„Es sollen nicht primär Neukunden angeworben werden, wir wollen vielmehr Bewohner aus der Region informieren.“ Daher eigne sich Facebook als Informationsseite besonders gut. Dort seien vor allem Nutzer zwischen 20 und 60 Jahren aktiv. Die große Mehrheit der Instagram-Nutzer hingegen sei unter 34 Jahren und würde damit eher weniger in die Zielgruppe des Touristikzentrums fallen.

Jedoch sei die Nutzung von sozialen Netzwerken nicht ausschließlich positiv zu sehen. „Teilweise gibt es Kritik von Menschen, die noch nie bei uns zu Gast waren. Das ist einfach ungerecht“, erklärt Hotelier Lutz Krüger-Brand. Kommentare würden „rausgehauen, ohne nachzudenken“. Jedoch gebe es die Möglichkeit, angreifende oder sogar beleidigende Kommentare zu löschen.

Solche Kommentare seien häufiger auf Bewertungsplattformen und seltener auf Facebook und Instagram zu lesen. In den sozialen Netzwerken seien die Kommentare fast ausschließlich positiv. Deswegen wünscht sich Blaß insbesondere auf Instagram eine Bewertungsfunktion für Unternehmen.

Von Sofia Menninger

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