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Rinteln Stadt Wasser aus 18 Metern Tiefe
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Wasser aus 18 Metern Tiefe
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00:17 17.07.2017
Die Stadtwerke Rinteln bohren am Heinekamp einen weiteren Brunnen. Quelle: wm
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Rinteln

Am Mittwoch erreichten die Techniker des Bohrunternehmens Eugen Engert aus Minden 13 Meter. „Wir bohren nicht, weil uns Wasser fehlt“, betont Thomas Sewald, technischer Leiter der Stadtwerke. Der neue Brunnen soll vielmehr die Wasserversorgung in Rinteln sicherstellen, wenn einer der beiden anderen Brunnen gewartet, das bedeutet gespült und abgeschaltet, werden muss.

„Bereits im Vorjahr“, schilderte Sewald, „haben die Stadtwerke zwei Bohrungen bis zum Grundwasserleiter hinuntergebracht.“ Ein Test, um festzustellen, ob der Brunnen künftig genug Wasser liefern wird. Er wird. Zum Vorlauf des Brunnenbaus gehörte auch ein wasserrechtliches Verfahren.

Rund zweieinhalb Monate schätzt Sewald, wird der Heinekamp Baustelle sein, denn nach der Bohrung muss der Brunnen wieder geschlossen, sprich „verbaut“ werden. Dabei kommt es auf die richtige „Schüttung“ an, damit der Brunnen – laienhaft ausgedrückt – nicht „verstopft“. Von sechs bis zehn Metern folgt ein „Filtereinsatz“. Gleichzeitig soll das Brunnengebäude errichtet werden. Das nimmt die Installationen einschließlich der Elektrik auf.

Sand und Kies lagern seit einer Million Jahre

Als letzte Aktion wird der Brunnen „klargespült“. „Um einen Brunnen anzufahren“, sagt Sewald, „braucht man Erfahrung und Gefühl.“ Die Förderleistung werde nur schrittweise erhöht, damit sich die Sedimente legen und keine Sandschwemme entsteht. Denn die Sande und Kiese, die da unten liegen, lagern dort seit rund einer Million Jahren – „und wir möchten, dass das auch so bleibt“.

Das Wasser aus den Heinekamp-Brunnen wird in den Hochbehälter Guckse in der Nordstadt gepumpt.

Wasser bezieht Rinteln damit künftig aus den drei Brunnen am Heinekamp, gemeinsam mit den Stadtwerken Schaumburg-Lippe in Engern sowie aus zwei Quellen in Hohenrode und Deckbergen.

Und was passiert, wenn bei Hochwasser die Weser das Gelände flutet? „Nichts“, sagt Björn Requardt, der Projektleiter für diesen Brunnenbau bei den Stadtwerken. Das Technikgebäude steht erhöht, die Brunnen selbst sind dicht.

Der Brunnen wurde in einem Durchmesser von 1000 Millimeter bis 12,50 Meter im Trockenbohrverfahren durch eine verrohrte Greiferbohrung abgeteuft. Ein sehr umweltschonendes Verfahren, da das Umfeld des Brunnens nicht beeinflusst wird. Die Bohrung wurde dann mit einem Edelstahlwickeldrahtfilter und einer teufendifferenzierten Filterkiesschüttung, die mittels Siebanalysen genau auf die angetroffene Geologie angepasst wurde, ausgebaut. Gegen den Einfluss von oberflächennahen Zuflüssen wurde eine hochquellfähige Tonabdichtung eingebaut. wm

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