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Rinteln Stadt Wasserschaden legt Kinderbetreuung lahm
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Wasserschaden legt Kinderbetreuung lahm
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20:15 27.08.2018
Die Kunstwerkstatt des Kindergartens. An der Maltafel lässt sich gut der maximale Pegel des Wassers erkennen. Quelle: Momo
Rinteln

„Ich habe mich zunächst gefragt, warum das Licht nicht funktioniert“, berichtet Kerstin Gütt-rich, die als Betreuerin in der Einrichtung arbeitet. „Als ich in den Keller zum Sicherungskasten ging, sah ich die Müllsäcke durchs Wasser treiben.“

Die ersten, bereits abgelieferten Kinder wurden nach Hause geschickt, die eintreffenden Eltern mussten abgewiesen werden. „Wir können die Kinder ja auch nicht so kurzfristig in andere Kindergärten auslagern“, so Güttrich. „Die Eltern waren toll“, berichtet die Betreuerin. „Sie hatten viel Verständnis und haben die Informationen über die Sozialen Netzwerke weitergetragen.“

Für diese Woche konnte kurzfristig eine Notfallgruppe eingerichtet werden, in der die Kinder berufstätiger Eltern im Pfarrhaus nebenan betreut werden. Wann indes der Kindergartenbetrieb wieder regulär startet, steht noch in den Sternen. „Wir hoffen darauf, dass es am nächsten Montag weitergeht“, so Güttrich.

Doch maßgeblich dafür ist das Beheben der Schäden, und diese sind nicht gerade klein: Die Heizung ist ausgefallen, auch Trockner und Waschmaschinen standen im Wasser und haben Schäden erlitten. Malpapier und Handtücher sind ebenfalls unbrauchbar geworden. Vor allem die Versorgung mit Warmwasser ist den Betreuerinnen wichtig.

Nachdem der Schaden festgestellt worden war, wurden Feuerwehr und Stadtwerke umgehend informiert. Kurz nach 8 Uhr liefen bereits die Pumpen der Feuerwehr auf Hochtouren. „1,04 Meter hoch stand das Wasser in sämtlichen Kellerräumen“, wie ein Mitarbeiter der Firma Schultheiß berichtet. Als der Großteil abgepumpt worden war, begann die Ursachenforschung. Ergebnis: Ein Wasserfilter war geborsten, weshalb über das ganze Wochenende Wasser in den Keller floss. Bald darauf war der Strom ausgefallen, da auch elektrische Geräte nass geworden waren.

Der Schaden soll im fünfstelligen Bereich liegen, und die Reparaturen könnten nicht „im Hauruck-Verfahren“ abgeschlossen werden. Der Besuch durch einen Gutachter stand jedoch noch aus und wurde für den Nachmittag angesetzt. Seine Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Der Blick in den Keller indes ist dramatisch. An der Maltafel der Kunstwerkstatt zeichnet sich die Wasserlinie ab, zahlreiche Kunstwerke und Bilder der Kinder sind durchnässt worden. Selbst die imaginären Wassergräben der Holzritterburg waren den Fluten nicht gewachsen. Schon wenige Stunden nach dem Abpumpen breitete sich modriger Geruch aus. Auch Staubsauger und Reinigungsmittel der Putzkraft trieben in dem heillosen Durcheinander herum.

Für Güttrich und ihre Kolleginnen ist der Tag noch nicht zu Ende: „Wir haben gerade so nebenbei unser Frühstück gegessen. Und gleich werden wir noch sauber machen, soweit es geht.“

Wie es weitergeht und ob in der nächsten Woche der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, so wie die Mitarbeiterinnen hoffen, wird sich erst noch zeigen müssen. momo