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Rinteln Stadt Weg frei für IGS Neubau-Planung
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Weg frei für IGS Neubau-Planung
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22:30 24.06.2018
Über drei Stunden debattiert der Stadtrat in seiner öffentlichen Sitzung über die Bauleitplanung für das Schulzentrum. Quelle: kk
Rinteln

Damit wird der Weg für weitere Planungen für den IGS-Neubau an der Burgfeldsweide frei gemacht. In der Diskussion hatten einige Ratsmitglieder noch von erheblichen „Bauchschmerzen“ gesprochen.

Dem Beschluss liegt wie berichtet der Kompromiss zugrunde, den Stadt und Kreis hinsichtlich des Planbereichs erzielt hatten. Dieser wird gegenüber den ursprünglichen Überlegungen deutlich erweitert. Darum gibt es im Norden und im Osten des neuen Gebäudes mehr Gestaltungsspielraum für Schulhofflächen und Verkehrsanbindung.

Nach den Kontroversen der vergangenen Wochen schlug Joachim von Meien (CDU) versöhnliche Töne an: „Die Gremien haben viel erreicht.“ Das Ergebnis könne sich im Großen und Ganzen sehen lassen. Er betonte noch einmal, dass es der CDU besonders darum gegangen sei, zwei eigenständige Schulformen mit eigenen Schulhofbereichen für IGS und Gymnasium zu gewährleisten. Auch die Verkehrsanbindung habe sichergestellt werden müssen. In keinem Fall sei es aber darum gegangen, die beiden Schulen gegeneinander auszuspielen.

Sasse traut dem Landkreis nicht

An den seit 2016 währenden „Kampf um die pädagogische und organisatorische und Eigenständigkeit“ der Schulen erinnerte auch Heinrich Sasse (WGS). In den Kreisgremien hätten Christoph Ochs (Grüne) und er schon damals Bedenken hinsichtlich der räumlichen Enge geäußert. Man dürfe die Schüler nicht „zusammenzwingen“, so Sasse.

Landrat Jörg Farr habe ihm damals in einem Fax die dauerhafte Selbstständigkeit beider Schulen zugesagt. Im Kreistag habe Farr sich dann aber nicht mehr so deutlich geäußert. Es gelte daher, in dieser Beziehung auch in Zukunft wachsam zu sein. Sasse über den Landkreis: „Ich traue diesem Verein nicht von der Wand bis zur Tapete.“

Außerdem wandte sich Sasse gegen den Eindruck, Rinteln sei an der Verteuerung der Schule auf jetzt 24 Millionen Euro schuld. Ursache für die Preissteigerungen seien vielmehr Planungsfehler des Landkreises, der Brandschutzauflagen für den Holzbau falsch eingeschätzt habe: „Die Wände waren zu dünn dimensioniert“.

Noch immer zu klein

Ein „kritisches Auge“ auf die weitere Planung zu haben, kündigte auch Gert Armin Neuhäuser (WGS) an. Neuhäuser, der sich besonders für einen größeren Schulhof eingesetzt hatte: „Noch immer sind die Flächen zu klein, aber nicht mehr viel zu klein.“

„Mit Bauchschmerzen“ trage auch er den Beschluss mit, sagte Ralf Kirstan (FDP). Aber mehr sei in der Kürze der Zeit nicht herauszuholen gewesen. Ärgerlich sei, dass bei der Planung pädagogische Argumente nur eine untergeordnete Rolle spielten.

Dieter Horn (SPD) betonte, die Eigenständigkeit der Schulen habe nie zur Disposition gestanden. Nach seinem Eindruck seien da ganz bewusst „gewisse Ängste“ geschürt worden. Es sei schade, dass nun mit dem überdachten Verbindungsgang auch doch das letzte verbindende Element zwischen Gymnasium und IGS wegfalle.

Rinne: Lauwarmer Kompromiss

Daran, dass es beim Aufstellungsbeschluss noch gar nicht um konkrete Inhalte gehe, erinnerte Christoph Ochs (Grüne). Trotzdem sei es richtig und wichtig gewesen, bereits jetzt über Inhalte diskutiert zu haben. Mit den drei Schulen an der Burgfeldsweide – die BBS würden gerne vergessen – entstehe ein modernes Schulzentrum, das Rinteln attraktiv für junge Menschen mache.

An den Rat appellierte er, in die Schulen und ihr Umfeld großzügig Geld zu investieren. Dort sei es besser angelegt als in vielen nicht notwendigen Projekten. Nun müsse aber endlich abgestimmt werden, der Kreis müsse zügig weiterplanen. Schließlich brauche die IGS dringend neue Räume.

Mit nur einer Gegenstimme fasste der Stadtrat schließlich den Aufstellungsbeschluss für die Änderung des B-Plans Schulzentrum und für die Teilaufhebung des B-Plans „Berufsschulzentrum“. Dagegen hatte Antje Rinne (fraktionslos) gestimmt. Sie empfindet den Beschlussvorschlag als „lauwarmen Kompromiss“. Die Flächen seien immer noch zu klein. kk