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Rinteln Stadt Wenn an Grundschulen gerast wird
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Wenn an Grundschulen gerast wird
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21:36 10.08.2018
„Chaos“: Auch in der Schulstraße vor der Grundschule Süd staut sich morgens der Vekehr. Quelle: tol
RINTELN

Dies ist auch in diesem Jahr wieder Anlass, sich vor allem an die Auto- und Motorradfahrer zu wenden: „Sie sollten vor allem im Bereich von Schulen und Bushaltestellen besondere Rücksicht nehmen“, appelliert Bürgermeister Thomas Priemer in einer Mitteilung der Stadt.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Verkehrswacht wurde erneut eine Verkehrssicherheitsaktion gestartet. Unter anderem wurden im Bereich der Schulen Spannbänder aufgehängt, die die Fahrer daran erinnern, besonders auf die jungen Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen.

Denn die Schulzeit markiert für viele Kinder einen neuen Lebensabschnitt, unter anderem, weil sie den Schulweg meistern müssen, verbunden mit vielen neuen Regeln und Anforderungen und einer großen Portion Selbstständigkeit.

Stress verleitet zum rasen

Carsten Röbke, Geschäftsführer der Verkehrswacht Schaumburg, unterstreicht im Gespräch mit dieser Zeitung Priemers Mahnung an die Verkehrsteilnehmer, auf die Jüngsten zu achten. Er sagt außerdem klar: „Ein Großteil des Problems sind die Eltern.“ Dies betreffe nicht nur die Einschulungszeit, sondern „das ganze Jahr“.

Als Vater eines jungen Kindes habe er Verständnis für die Situation der Eltern: Sie bringen ihre Kinder zum Kindergarten oder zur Schule und müssen gleich wieder weiter: Die Arbeit ruft. „Der Morgen ist meist großer Stress für die Eltern“, so Röbke.

Doch genau diese Eile führe oft dazu, dass Eltern im Bereich von Kindergärten und Schulen rasen, parken, wo sie es nicht dürfen, oder ihre Kinder nicht in Richtung Bürgersteig aus dem Auto steigen lassen, sondern in Richtung Straße. Das führe zu „absolutem Chaos“, so der Verkehrswacht-Geschäftsführer.

Kindern Gefahr vor Augen halten

„An manchen Schulen ist es so extrem, dass dort regelmäßig ein ziviler Wagen der Polizei steht und kontrolliert“, so Röpke. Geblitzt werden oft die Eltern – diejenigen, die den Bereich gut kennen und wissen, dass sie nicht schnell fahren dürfen. Doch die Eltern würden oft glauben, sie seien die Ausnahme.

Schwerpunkt bei der niedersachsenweiten Aktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg“ sind daher diesmal sogenannte Elternhaltestellen. Dabei handelt es sich um eine Hol- und Bringzone für Eltern in einiger Entfernung zur Schule, damit diese nicht direkt vor das Gebäude fahren. Dies gefährde die Grundschüler zusätzlich, teilt das Niedersächsische Verkehrsministerium mit. Von den Elternhaltestellen könnten die Schüler dann auf einem sicheren Weg selbstständig zur Schule gehen.

Die Stadt Rinteln appelliert außerdem an die Eltern, sich viel Zeit zu nehmen, um ihre Kinder mit den Gefahren des täglichen Schulwegs vertraut zu machen. Straßenverkehr bedeute vor allem für junge Schulkinder Stress, „die alles andere im Kopf haben als Autos oder Ampeln“.

An den Rintelner Grundschulen wird in diesem Schuljahr wie folgt eingeschult:

Grundschule Süd:

56 Schülerinnen und Schüler in drei Klassen.

Außenstelle Möllenbeck:

14 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse.

Grundschule Nord:

53 Schülerinnen und Schüler in drei Klassen.

Grundschule Exten-Krankenhagen:

32 Schülerinnen und Schüler in zwei Klassen.

Außenstelle Krankenhagen: 20 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse.

Grundschule Unter der Schaumburg:

29 Schülerinnen und Schüler in zwei Klassen. mld