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Rinteln Stadt Wenn die Polizei nicht mehr helfen kann
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00:30 09.10.2015
Kriminalhauptkommissar Jörg Stuchlik (von rechts) mit Dominique Schumacher, Juliane Frank und Thomas Weishaupt, Vorstandsmitglied der Opferhilfe Bückeburg, vor einer Info-Wand, die jetzt wieder im Flur des Rintelner Kommissariats aufgestellt worden ist. Quelle: pk
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Rinteln

Während die Polizei um Prävention und Aufklärung von Straftaten bemüht ist, kommt die Opferhilfe zum Einsatz, wenn das Verbrechen bereits geschehen ist. Darum ging es beim gestrigen Pressetermin bei der Polizei Rinteln.

Oftmals sind Menschen nach einem Raubüberfall, einer Gewalttat oder einem Einbruch psychologisch stark belastet oder sogar traumatisiert. Damit diese Menschen mit ihrem Leid nicht alleine gelassen werden, gibt es die Opferhilfe. Nachdem sie bei der Polizei Anzeige erstattet oder eine Zeugenaussage gemacht haben, empfehlen die Beamten ihnen deshalb die Opferhilfe: Sei es, um im Rahmen der psychosozialen Prozessbegleitung mit dem Erlebten fertig zu werden oder konkrete Hilfe in Form von finanzieller Unterstützung in Anspruch zu nehmen. So fanden im Jahr 2014 43 Menschen den Weg zur Opferhilfe, was rund einem Drittel der Klienten (129) des Vorjahres entsprach, berichtet die studierte Sozialarbeiterin Juliane Frank.

Zu den Klienten der Opferhilfe zählen Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt werden, ins Frauenhaus flüchten und später auf eine neue Wohnung angewiesen sind, Kinder, die sexuell missbraucht oder andersartig misshandelt wurden, Frauen, die vergewaltigt, Männer, die Opfer einer Gewalttat wurden und psychotherapeutische Hilfe brauchen, Raubopfer, Angehörige von Opfern oder Menschen, in deren Wohnung eingebrochen wurde und die sich nun in ihren eigenen vier Wänden, „ihrem Schutzraum“, wie Juliane Frank sagt, nicht mehr sicher fühlen.

Diese Angebote sind für die Hilfesuchenden kostenlos. Den Auftakt machte die vom damaligen Justizminister gegründete Opferhilfe vor 14 Jahren mit einem Startkapital, das sich aus Ländermitteln zusammensetzte. Inzwischen finanziert sich die Stiftung Opferhilfe über Bußgelder, die Straftätern auferlegt werden, sowie über Spendenmittel, die laut Frank allerdings den weitaus kleineren Teil ausmachten.

Besetzt ist die Opferhilfe mit Sitz in Bückeburg derzeit mit zwei Mitarbeitern, Juliane Frank und Dagmar Behrens, auf anderthalb Stellen. Unterstützt werden die beiden Frauen von Dominique Schumacher, die bei der Opferhilfe gerade ihr Berufsanerkennungsjahr leistet.

Weitere Informationen geben Juliane Frank und Dagmar Behrens unter den Telefonnummern (05722) 290264 und (05722) 290295, per E-Mail an juliane.frank@justiz.niedersachsen.de sowie auf www.opferhilfe.niedersachsen.de. pk

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