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Rinteln Stadt Kein Mitleid, sondern das Leben
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00:17 16.04.2016
Schlagabtausch: Philippe (Timothy Peach, links) mit Magalie (Sara Spennemann) und Driss (Felix Frenken). Quelle: tol
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Rinteln

Durch die starke Bühnenpräsenz der beiden Hauptdarsteller wurden die Bilder des Filmes tatsächlich verdrängt, und man verzichtete bereitwillig auf die Actionszenen der Vorlage, die souverän durch Dialoge innerhalb des Stücks ersetzt wurden.

 Die Geschichte von Driss, dem kriminellen Afrikaner aus der Pariser Vorstadt, und dem durch einen Unfall querschnittsgelähmten Millionär Philippe erinnert an all die Theaterstücke mit dem „My Fair Lady“-Motiv, in denen es darum geht, dass ein aus bürgerlicher Sicht fast verlorener Mensch durch neue Herausforderungen seine eigentlichen Qualitäten beweisen kann. Philippe hat es satt, von Pflegern umgeben zu sein, die auf geradezu groteske Weise Rücksicht auf seine Behinderung nehmen. Der raue, aufgedrehte Kerl aus der Banlieue, der sich als Pfleger bewirbt, aber eigentlich nur eine Unterschrift fürs Arbeitsamt haben will, kommt ihm gerade recht, um seinem eingeschränktem Leben einen neuen Kick zu geben. „Ich will kein Mitleid“, sagt er. „Ich will das Leben.“

 Mitleid hat Driss erst mal gar nicht mit Philippe. Sie sind ja beide auf ihre Art Behinderte, Philippe im Rollstuhl, der nichts weiter als seinen Kopf bewegen kann, und Driss, dessen familiäre und soziale Verhältnisse scheinbar nur noch Zynismus und ständige Witzeleien als Überlebensstrategie zulassen. Felix Frenken als Driss und Timothy Peach, Letzterer so manchen aus den Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen vertraut, liefern sich ein Rede-Duell, das der quirlige Afrikaner zunächst dominiert. Er kann gar nicht genug davon bekommen, sich über Philippes Behinderung lustig zu machen, zum Beispiel, indem er ihm seine Wünsche verweigert. „Keine Arme, keine Schokolade“, sagt er lachend und steckt sich die verlangte Süßigkeit selbst in den Mund.

 Solche respektlosen Szenen werden manchmal geradezu anstrengend, zumal da Frenken als Driss über lange Strecken so lautstark herumalbert, dass man auf ein deutliches Machtwort seines Arbeitgebers wartet.

 Der aber genießt das Tohuwabohu, beobachtet amüsiert Driss’ Flirt mit der Sekretärin Magalie (Sara Spennemann) und ahnt wohl schon, dass der junge Afrikaner ihm schließlich durch seine lebensnahen Tipps zu einer neuen Liebe verhelfen wird. Im Gegenzug bringt er ihm doch ein bisschen Manieren bei und versorgt ihn mit Geld, indem er seinem schnöseligen Freund (Michael Haebler) ein Gemälde andreht, das Driss in kindlicher Nachahmung moderner Kunst mal eben kurzerhand auf die Leinwand geworfen hat.

 Es wurde viel gelacht im Publikum, auch wenn der eine oder andere manchmal aufgrund der überbordenden Lebhaftigkeit vom Driss zusammenzuckte und man von einigen Senioren im Zuschauerraum mitbekam, dass sie es nicht immer unbefangen lustig fanden, wenn Driss den Mann im Rollstuhl allzu wild herumwirbelte. „Ach nein, es war doch alles wunderbar“, sagt allerdings Besucherin Jutta Kampmeier aus Krankenhagen, die mit ihrer Tochter Anja da war. „Wie das Team aus gerade mal vier Schauspielern die Stimmung des tollen Filmes einfangen konnte, hat uns sehr beeindruckt.“ Dem Lebhaften und Abgedrehten hätten ja die stillen Momente der Freundschaft gegenüber gestanden. „Wir hatten einen sehr schönen Theaterabend.“

 Rinteln. Es ist mutig, einen so bekannten Film wie „Ziemlich beste Freunde“ für das Theater umzuschreiben. Mit der Inszenierung des Tournee-Theaters Thespiskarren, vom Kulturring aus Hannover in den Rintelner Brückentorsaal geholt, ist das erstaunlich gut gelungen. cok

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