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Rinteln Stadt iPads für alle Ortsräte?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt iPads für alle Ortsräte?
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15:01 08.12.2018
Rinteln

2014 wurden den Ratsmitgliedern Tablets zur Verfügung gestellt, iPads von Apple.Damals erste Wahl, weil „sicherheitstechnisch besser zu handhaben“, wie Stadtkämmerer Jörg Schmieding erläuterte. Jetzt wollen auch die Ortsräte ins digitale Zeitalter.

In der letzten Finanzausschusssitzung 2018 schlugen die Ortsbürgermeister Achim Heger (Strücken) und Bernd Kirchhoff (Exten) vor, auch die Ortsräte mit Tablets auszustatten. Damit könne man die Arbeit professionalisieren und die Kommunikation in den Räten verbessern. Grundsätzlich sei hierzu die Einrichtung von WLAN nicht erforderlich und es müssten auch nicht zwangsläufig iPads sein.

Die Verwaltung tat, was sie in solchen Fällen als ersten Schritt immer tut: Sie rechnete und kam zu dem Ergebnis, dass die Ausstattung aller Ortsräte mit iPads rund 21000 Euro kosten würde, weitere 27200 Euro die Ausstattung der 17 Sitzungsorte mit WLAN plus 28600 Euro laufender Kosten im Jahr. Erwartbares Fazit der Verwaltung: In Anbetracht der nur zwei bis drei Sitzungen pro Ortsrat seien diese Kosten „unverhältnismäßig hoch“.

Trennlinie zwischen analog oder digital

Die Diskussion im Finanzausschuss verlief entlang der Trennlinie analog oder digital, wobei sich schnell herausstellte, dass diese Trennung in der Praxis wenig realistisch ist. Denn selbst die mit iPads ausgestatteten Ratsmitglieder verzichten nicht generell auf Papier, auf ausgedruckte Vorlagen.

Heinrich Sasse outete sich sogar als ausgesprochener Fan einer Akte, die könne man schneller durchblättern als Unterlagen durch Wischen auf dem Tablet finden.

Dieter Horn bezweifelte außerdem, ob sich ältere Ortsratsmitglieder mit der neuen Technik anfreunden könnten. Letztlich müsse das deshalb jeder Ortsrat selbst entscheiden.

Digitale Pilot-Phase

Einig waren sich am Ende der Diskussion dann doch alle, dass auch ohne von der Stadt gesponserte Tablets schon heute die Kommunikation zwischen Ortsratsmitgliedern weitgehend digital, nämlich per Whatsapp oder E-Mail stattfindet.

Als Kompromiss schlug die Verwaltung vor, alle Ortsratsmitglieder sollten Zugang zum Ratssystem, das Login für die interne Plattform für ihre privaten Geräte erhalten. Im nächsten Jahr soll es außerdem eine „digitale“ Pilot-Phase für zwei Ortsräte geben.

Die iPads der Ratsmitglieder bleiben übrigens im Eigentum der Stadt. Wer ausscheidet, gibt sein iPad zurück.

Von Hans Weimann