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Apelern Ärger um einen Acker
Schaumburg Rodenberg Apelern Ärger um einen Acker
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00:27 29.04.2018
Dieses Foto belegt aus Sicht von WGA und Grünen, dass Bauschutt auf dem Feld abgeladen wurde. Quelle: pr.
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SOLDORF/LYHREN

Offenbar hat ein Landwirt die Pilgerstrecke an einer Stelle unpassierbar gemacht. Der Mann soll zudem Bauschutt auf seinem Acker verteilt haben. Nach Worten von Franz-Wilhelm Riechers handelt es sich um einen der Hauptwanderwege in der Gemeinde Apelern.

Der Landkreis habe die Bauschuttverfüllung an der Stelle genehmigt. Ein Riesenspektakel habe sich dort abgespielt, 25 Lastwagen haben demnach Bauschutt für die Agrarfläche angeliefert. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte der Landkreis, der Mann wollte eine Mulde ausfüllen, um das Feld besser beackern zu können.

Strittige Bodenproben

Riechers zufolge hat der Mann aber nicht etwa Mutterboden angefahren sondern Material, das mit Bauschutt vermengt war. Teile des Schutts seien noch immer sichtbar. Der Landkreis ließ Bodenproben nehmen und hat nach eigener Darstellung auch einen Mitarbeiter zu dem Standort geschickt.

Doch Riechers will erfahren haben, dass der Eigentümer die Bodenproben selbst entnehmen und abgeben durfte.
Die Gemeinde will nun einen Ortstermin mit dem Landkreis vereinbaren, um zu klären, wie schlimm die Umweltbelastung an der Stelle tatsächlich ist. Klar ist wohl bereits, dass der Weg wieder hergestellt werden muss. Wann und wie dies geschieht, ist derzeit jedoch noch offen.

Auch ein Stück eines Leitpfostens wurde gefunden.

Kopfschütteln in Apelern

Derweil schütteln hiesige Politiker mit den Köpfen angesichts der Untätigkeit des Landkreises. Der Bauschutt soll von der B 65-Baustelle bei Kobbensen stammen. Dies wollen Mitglieder der WGA von einem der Lastwagenfahrer erzählt bekommen haben.

Bei einer Untersuchung des Ackers kamen in der Tat Gegenstände zutage, die an eine Straßenbaustelle als Ursprungsort denken lassen: Reste von Bitumen und Begrenzungspfählen beispielsweise. Dies wurde auch auf Fotos festgehalten. Doch selbst die Vorlage dieser Indizien hat beim Landkreis zu keinem Umdenken geführt.

Kreis sieht kein Vergehen

Gegenüber dieser Zeitung verwies Kreis-Sprecherin Anja Gewald auf eine bestehende Genehmigung für das Verfüllen der Mulde und die Ergebnisse der Bodenproben, die keinen Anlass zu der Annahme gegeben hätten, der Mann habe gegen Teile der Vereinbarung verstoßen. Es sei an der Stelle alles in Ordnung – abgesehen von der Verwüstung des Wegs.

Diese Einschätzung finden Mitglieder von WGA/Grüne geradezu skandalös und vermuten, dass der Landkreis einen Umweltfrevel schlicht unter den Teppich kehren möchte.

Im Apelerner Rat wollte Daniela Kastning (WGA) eine weitere öffentliche Diskussion zu dem Thema ankurbeln. Gemeindedirektor Sven Janisch beschränkte sich aber auf das Nötigste und verwies auf das laufende Verfahren, das zu einer Lösung führen soll.

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