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Apelern Als das Spiel in der Natur noch das Größte war
Schaumburg Rodenberg Apelern Als das Spiel in der Natur noch das Größte war
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00:16 11.02.2017
Das Album von 1935 bewundern Susanne Strohwald und Christiane Feuerhake. Quelle: NAH
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Soldorf

Doch zunächst guckte Vorsitzender Manfred Röver etwas betrübt in die Runde. Die Zahl der Besucher blieb diesmal gering. Dabei hatten Röver und Mitorganisatorin Susanne Strohwald auf viele alte Geschichten und manch historisches Relikt gehofft, das vielleicht auf Dachböden verstaubt.

Er überraschte mit einigen Bildern zum Thema. Doch aus Soldorf selbst konnte er nichts beisteuern. Umso mehr plauderten die Anwesenden über eigene Erinnerungen. „Als Kind war man doch einfach nur draußen“, erinnerte sich Röver. Getobt wurde am Bach oder rund um Butzen, die in Büschen entstanden waren. Dabei hätten sich meist alle Kinder des Dorfes in einer Clique zusammengetan. Sicher habe es auch zu Hause Spielzeug gegeben, aber die Anregungen in der Natur seien verlockender gewesen. „Außerdem haben wir manchmal mitten auf der Straße gespielt. Das wäre ja heute undenkbar“, so Röver.

Zu den Spielen im Freien zählten Murmeln und Hinkelkästchen. „Das gibt es doch heute auch noch“, entfuhr es Lehrerin Elisabeth Rautenberg-Röver. Auf dem Schulhof nämlich. Und Christiane Feuerhake wusste von Spiel-Klassikern, die bei Apelerner Ferienspaß-Aktionen stets viel Anklang fanden wie Eierlaufen und Sackhüpfen. Beinahe vergessen ist der Pindopp, an den sich Gastwirt Fritz Wichmann lebhaft erinnerte. Das Spiel ist übrigens in Bild und Text über Jahrhunderte dokumentiert worden. Ob allerdings noch ältere Kindergenerationen ähnliche Zeit und Gelegenheit zum Spielen hatten, wurde bezweifelt. Auf Höfen und in Haushalten waren dem Nachwuchs häufig Pflichten auferlegt, die heute in diesem Umfang kaum denkbar sind.

Der Nachmittag hat jedenfalls die Anwesenden auf zwei Ideen gebracht. Wenn bald der neue Spielplatz für Kleinkinder am Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht wird, könnte ein kleiner Parcours mit historischen Spielen entstehen. Und einen Spielabend im Kreis der Dorfbevölkerung könnte es auch geben.

Zudem wird der Aufruf fortgesetzt, dem Verein Hinweise auf altes Spielzeug oder Spieltraditionen zu geben. Strohwald hatte einen anderen wohlgehüteten Familienschatz mitgebracht: ein Album aus dem Jahr 1935 mit allerlei eingeklebten Bildern. Solche Sammelleidenschaft ist auch heute noch wohlbekannt – mit Fußballstars zum Beispiel.

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