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Attacke mit gestrecktem Bein

Verhandlung Attacke mit gestrecktem Bein

Eher an Kampfsport erinnert eine Szene, die sich während eines Fußballspiels der 4. Kreisklasse Süd in Apelern zugetragen hat: Mit ausgestreckem Bein soll ein Kicker der Gästemannschaft SV Krainhagen-Röhrkasten II auf einen oder mehrere Zuschauer losgegangen sein.

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APELERN/STADTHAGEN. Ein Aktiver (25) des gastgebenden TuS Germania Apelern, der ihn daran hindern wollte, ging gemeinsam mit dem Angreifer zu Boden und erlitt bei dem anschließenden Gerangel leichte Verletzungen, offenbar durch Fausthiebe. Zuvor soll sich der mutmaßliche Schläger über eine Entscheidung des Schiedsrichters geärgert haben. Nach der Keilerei und weiteren Tumulten wurde die Partie am Abend des 5. September 2013 abgebrochen, bevor das Sportgericht den Ausgerasteten für den Rest des Jahres sperrte.
Vor dem Amtsgericht Stadthagen pfiff Richter Andreas Feldhaus jetzt die Nachspielzeit an. Auch diese endete vorzeitig: Mit Zustimmung von Staatsanwalt Wilfried Stahlhut stellte Feldhaus das Verfahren wegen Körperverletzung vorläufig ein, allerdings gegen Zahlung einer Geldbuße von 200 Euro. „Und dann habe ich Ruhe?“, fragte der Angeklagte. Ja – sobald der Mann das Geld überwiesen hat. Vorbestraft wäre er nicht. Daraufhin stimmte auch der Fußballer zu. Restlos geklärt ist der Fall damit nicht.
Für die Einstellung sprachen aus Sicht Feldmanns mehrere Gründe: Der Angeklagte ist nicht vorbestraft, die Sache liegt schon drei Jahre zurück, und das Opfer kam mit leichten Blessuren davon. Außerdem waren die Zeugenaussagen zum Teil nicht eindeutig. So konnte ein anderer Spieler (26) aus Apelern zwar berichten, dass „von der Seite eine Faust geflogen“ kam, nicht jedoch den Angeklagten als den Schläger identifizieren.
Klarer fiel die Aussage des 25-Jährigen aus, der damals mit dem Angreifer am Boden lag. Er war nur Zuschauer, weil er in der ersten Mannschaft spielt, auf dem Platz jedoch die zweite stand. Der Zeuge erinnert sich noch gut an einen „Zweikampf an der Außenbahn“, der die hässlichen Szenen ausgelöst hatte. „Der gute Herr fiel hin und wollte Freistoß“, gab er mit Blick auf den Angeklagten zu Protokoll. „Den Freistoß gab’s aber nicht. Da sind ihm wohl die Sicherungen durchgebrannt.“ Für den Germania-Kicker sah es so aus, als wolle der gegnerische Spieler „jemanden von der Bank treten“. Nicht ganz klar wurde vor Gericht, ob sich die Attacke gegen Zuschauer oder Ersatzspieler aus Apelern gerichtet haben soll. Am Boden, so der 25-Jährige weiter, „schlug er dann wie wild auf mich ein“.
Vorm Sportgericht wollte sich der Übeltäter einige Wochen später entschuldigen, worauf der Spieler aus Apelern nach eigener Erinnerung nur antwortete: „Ob Du Dich entschuldigst oder peng.“ Zur den Vorwürfen sagte der Angeklagte, dass er in einer Menschentraube gewesen sei und lediglich geschubst habe. „Geschlagen habe ich nicht“, versicherte er. Bei Abbruch der Partie lag Apelern übrigens klar in Führung. 

ly

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